Zu viele Kilos verkürzen den Schlaf

Wer zu kurz schlummert, hat
auch auf dem Land mehr Kilos
auf den Hüften; © Hemera

Immer umfangreicher wird das Beweismaterial dafür, dass Übergewicht und Schlafstörungen zusammen hängen. Zumindest bei Stadtmenschen. Kürzlich hat man verschiedene hormonale Verflechtungen für diesen Zusammenhang verantwortlich gemacht, zum Beispiel über das Hormon Leptin. Bislang wurde der Zusammenhang zwischen Übergewicht und kurzer Schlafdauer aber nicht bei der ländlichen Bevölkerung untersucht. Menschen auf dem Lande sind aber besonders interessant für diese Fragestellung, da sie stärker zu Übergewicht neigen als „Stadtmenschen“ und ihr Lebensstil in Bezug auf Arbeit, Freizeitverhalten und Bewegung sich von jenem der Menschen in der Großstadt unterscheidet.

Wissenschaftler haben jetzt im Rahmen der „Keokuk County Rural Health Cohort Study„ Daten von 990 Personen aus einem ländlichen Gebiet im Südwesten des US-amerikanischen Bundesstaats Iowa aus den Jahren 1999 bis 2004 untersucht. Die Probanden gaben Auskunft über Schlafdauer, körperliche Bewegung, depressive Beschwerden, Alkoholkonsum, Schnarchen und andere Faktoren. Während der Studiendauer kontrollierte man zudem das Gewicht und die Körpergröße.

Nach der Auswertung zeigte sich ein klarer negativer Zusammenhang zwischen dem Body Mass Index (BMI) und der Schlafdauer. Bei Personen, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schlafen, liegt der durchschnittliche BMI bei 30,24 kg/m2 und sinkt auf 28,25 kg/m2 bei jenen Personen, die mehr als neun Stunden pro Nacht schlafen.

Diese negative Korrelation war unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung, Familienstand und Beruf. Offenbar, so schließen die Studienautoren, bestätigt diese Untersuchung die früheren Erhebungen bei Menschen aus der Stadt. Allerdings ist noch immer nicht klar, ob kurze Schlafdauer zu Übergewicht oder Übergewicht zu Schlafstörungen führt.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2006, Vol. 166, S. 1701-1705