Bild: Pilze im Wald 
Im Wald dürfen sie sprießen,
auf Kathetern sind Pilze
nicht erwünscht; © Pixelio.de

Im Körper finden Pilze ein ideales Wachstumsklima. Daher müssen pilzbefallene Katheter oder Kanülen schnell aus dem Körper entfernt werden, bevor die Pilzzellen in den Blutkreislauf gelangen können. Forscher haben nun eine Beschichtung entwickelt, die Pilze bei Kontakt sofort abtötet.

Als Grundlage dient ein Polymer aus Zuckermolekülen, ein so genanntes Dextran-Hydrogel, das große Mengen Wasser aufnehmen und speichern kann. Dextran-Hydrogele sind für die gute Verträglichkeit mit dem menschlichen Gewebe bekannt. Das Polymer haben die Forscher anschließend mit Amphotericin B versetzt - ein Wirkstoff, der seit gut vierzig Jahren als Medikament zur Behandlung von Pilzinfektionen bei Menschen verwendet wird.

Amphotericin B ist in Wasser praktisch unlöslich, löst sich jedoch gut in bestimmten organischen Lösemitteln. Um den Wirkstoff zu binden, tauchten die Forscher das Dextran-Polymer in eine Lösung mit Amphotericin B, in der das Polymer das Medikament wie ein Schwamm aufsaugte. Danach wurde das organische Lösungsmittel mit Wasser ausgewaschen, während der Wirkstoff Amphotericin B im Dextran-Hydrogel gefangen blieb.

Dadurch konnten so genannte Amphogel-Oberflächen hergestellt werden, die dieselben pilztötenden Aktivitäten zeigen wie das ungebundene Medikament. Da sich praktisch kein Amphotericin B aus dem Zuckerpolymer löst, blieb ein negativer Effekt beim Kontakt mit menschlichem Blut aus. Dies ist erstaunlich, da Amphotericin B für seine starken Nebeneffekte bekannt ist.

Zellen des Hefepilzes Candida albicans, die mit dem Amphogel in Berührung kamen, starben innerhalb kürzester Zeit: Eine Kolonie von 10 Millionen Zellen war nach zwei Stunden dahingerafft. Dieser Effekt konnte auch in einem Tiermodell verifiziert werden: In Mäuse implantierte infizierte Dextran-Polymere waren nach wenigen Tagen vollständig mit Pilz-Biofilmen überwachsen, während die Amphogel-Oberfläche keine Anzeichen von Pilzbefall zeigte.

MEDICA.de; Quelle: Universität Basel