Das zeigt ein Test, an dem 4.961 Patienten mit einer akuten beziehungsweise stabilen KHK teilnahmen. Aus dieser Gruppe unterzogen sich 1.867 Patienten einer Messung des Nüchtern-Blutzuckers. Ein zweites Mal wurde der Blutzuckerspiegel bei ihnen dann gemessen, zwei Stunden nachdem sie 75 Gramm Glukose in 200 Milliliter Wasser zu sich genommen hatten. Die restlichen Patienten unterzogen sich aus verschiedenen Gründen nur der Messung des Nüchtern-Blutzuckers ohne oralen Glukosetoleranztest. Frauen und ältere Patienten erhielten in der vorliegenden Studie seltener einen oralen Glukosetoleranztest als Männer und jüngere Patienten.

Anhand der Kriterien der “World Health Organization (WHO)” und der “American Diabetes Association (ADA)” klassifizierten die Wissenschaftler die Patienten dann in Bezug auf ihren Glukosemetabolismus in „normal“, beziehungsweise mit gestörter Glukosetoleranz.

47 Prozent der untersuchten Patienten hatten demnach einen normalen Glukosestoffwechsel, 32 Prozent eine gestörte Glukosetoleranz und 17 Prozent einen manifesten Diabetes mellitus. Wie die Untersuchung weiter zeigte, ist das Klassifikationssystem der ADA – das sich auf die Messung des Nüchtern-Blutzuckers bezieht – offenbar nicht ausreichend. Hätte man nur diese Kriterien angewendet, dann wären in der vorliegenden Untersuchung 32 Prozent der Patienten unterdiagnostiziert worden, weitere acht Prozent überdiagnostiziert. Die gesamte Fehlerrate gemäß der ADA-Kriterien hätte demnach bei 41 Prozent gelegen!

Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit sollte man daher besser auf den oralen Glukosetoleranztest zurück greifen, zumal diese Untersuchung völlig sicher ist und keine Komplikationen hat.

MEDICA.de; Quelle: Heart 2007, Vol. 93, S. 72-77