Prospektive Studien haben gezeigt, dass ältere Frauen mit einem Diabetes mellitus vom Typ 1 im Vergleich zu nicht-diabetischen Frauen ein höheres Frakturrisiko haben. Verschiedentlich wurde daher vermutet, dass dies an einer geringeren Knochendichte in jüngeren Jahren liegt. Noch ein zweiter Aspekt kommt hinzu: Möglicherweise sind kardiovaskuläre Beschwerden und geringe Knochendichte miteinander assoziiert. Und kardiovaskuläre Probleme sind eine häufige Begleiterscheinung des Diabetes mellitus.

Um diese Hypothese zu testen, haben jetzt Wissenschaftler retrospektiv die Geschichte klinischer Frakturen bei 67 Frauen mit Diabetes mellitus Typ 1 mit 237 nicht-diabetischen Frauen verglichen . Die Probandinnen waren zwischen 35 und 55 Jahre alt und glichen sich in Bezug auf das Alter und sozioökonomische Faktoren.

Bei den Frauen wurde die Knochendichte am Schenkelhals, in den Wirbelknochen und am ganzen Körper gemessen.

Frauen mit Diabetes mellitus vom Typ 1 erleiden offenbar häufiger eine Fraktur im Alter von über 20 Jahren im Vergleich zu nicht-diabetischen Frauen (33,3 Prozent versus 22,6 Prozent, relatives Risiko: 1.89). Die Knochendichte am Schenkelhals war bei den kranken Probandinnen signifikant geringer als in der Vergleichsgruppe (0.890 versus 0.961 Gramm pro Quadratzentimeter; p kleiner 0.001).

Nachdem man verschiedene Faktoren herausgerechnet hatte, zeigte sich ganz klar, dass die Knochendichte bei diabetischen Frauen dieser Altersgruppe rund drei bis acht Prozent geringer ist als in gesunden Vergleichsgruppen.

Woran das liegt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise tragen schlechte glykämische Kontrolle und erhöhter Knochen-Turnover zu diesem Ergebnis bei, vermuten die Studienautoren.

MEDICA.de; Quelle: Diabetes Care 2006, Vol. 29, S. 306-311