Zuckerfressende Tumore reagieren besser

Viele Tumore benötigen für ihr unkontrolliertes Wachstum besonders viel Energie, die sie als Zucker aufnehmen. Der erhöhte Zuckerstoffwechsel von Tumoren und möglicher Metastasen kann mit dem modernen bildgebenden Verfahren der Positronen-Emissions- Tomographie (PET) räumlich dargestellt werden. Bereits heute wird bei den meisten PET-Untersuchungen ein radioaktiv markierter Zucker verabreicht, dessen Strahlung außerhalb des Körpers gemessen wird.

Anders als bei der Computer-Tomographie (CT) oder der Magnet-Resonanz- Tomographie (MRT), bei denen in erster Linie die anatomischen Körperstrukturen dargestellt werden, bildet die PET Stoffwechselvorgänge, also Körperfunktionen, ab. So ist die PET die empfindlichste Methode zur Auffindung und Darstellung von Tumoren im Körper ohne einen direkten Eingriff.

Ein Wissenschaftlerteam untersuchte die Beziehung zwischen Zuckerstoffwechsel und der Tumorreaktion auf Strahlentherapie. Hierzu wurden Tumore der Kopf- Hals-Region in Mäuse transplantiert und zunächst mit der PET-Methode untersucht, um genaue Aussagen über den Zuckerstoffwechsel jedes einzelnen Tumors treffen zu können. Direkt im Anschluss daran fand die Bestrahlung statt, wobei zwei Gruppen gebildet wurden. Die erste erhielt eine geringere Strahlendosis, die zweite Gruppe eine höhere Dosis.

Es zeigte sich, dass Tumore, die viel Zucker verstoffwechseln, auch empfindlicher auf die höhere Strahlendosis reagieren. Zwar müssen weitere Untersuchungen folgen, doch Prof. Michael Baumann stellt fest: "Diese Daten zeigen, dass biologische Informationen, wie sie mit der PET dargestellt werden können, äußerst vielversprechend sind, um in der Zukunft eine individuelle biologische Anpassung der Krebstherapie für den einzelnen Patienten zu ermöglichen".

MEDICA.de; Quelle: Forschungszentrum Dresden-Rossendorf e.V.