Zukunft der Hochschulmedizin gefährdet

Die Krankenversorgung ist das Fundament der Hochschulmedizin. Fehlende Innovationen auf diesem Gebiet hemmen die wirtschaftliche Entwicklung und Konkurrenzfähigkeit Deutschlands. Diese Gesundheitspolitik bedroht die Substanz der Hochschulkrankenhäuser. Der 2006 eingeführte Tarifvertrag für Ärzte an Universitätsklinika führt zu 15 bis 18 Prozent Mehrkosten pro Arzt.

Das Problem ist dabei nicht die Angemessenheit des Tarifabschlusses. Vielmehr sehen sich die Klinika nicht in der Lage, diese Kosten durch die von der Politik gedeckelten Krankenhausentgelte refinanzieren zu können. Die Hälfte der Uniklinika wird Personal abbauen müssen, um wirtschaftlich zu bleiben. Für die laufenden Kosten fordert der VUD daher die Anbindung der Krankenhausvergütung an die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes. Die Länder gefährden ihren eigenen Versorgungsauftrag, wenn sie außerordentliche Tarife mit den Gewerkschaften aushandeln und die Folgen auf die Uniklinika abwälzen.

Investitionen für die Hochschulmedizin müssen in Hinblick auf die besonderen Aufgaben der Universitätsklinika in der Forschung und Krankenversorgung erfolgen. Die Investitionsquote sollte verlässlich auf zwölf Prozent angehoben werden. Für den Großteil der Krankenhäuser liegt sie heute bei nur fünf Prozent. Privatisierungen von Universitätsklinika sind keine Alternative zu einer verlässlichen Finanzierung, denn sie verschieben die Probleme nur in die Zukunft. Auch private Träger müssen Gewinne erwirtschaften und werden das Gesundheitssystem früher oder später belasten.

Hochschulkrankenhäuser halten ein maximales Angebot an medizinischen Leistungen und Infrastruktur vor und kommen mittelfristig der gesamten Bevölkerung zugute. Doch nur ein Viertel der Hochschulkrankenhäuser erwirtschaftet Überschüsse und kann sich so selbst wettbewerbsfähige Konditionen schaffen.

MEDICA.de; Quelle: Verband der Universitätsklinika Deutschlands e. V.