Zukunft der Pflege nur denkbar mit IT-Unterstützung

Wer pflegebedürftige Menschen heute qualitativ hochwertig und zugleich effizient und kostensparend pflegen möchte, sollte jederzeit vollständig auf pflegerelevante Daten zugreifen können. Vernetzung ist das Lösungswort: Projektpartner aus der Forschung und aus der Pflegewirtschaft haben gemeinsam eine webbasierte Plattform entwickelt, auf der alle für die Pflege relevanten Daten online, zentral und für Berechtigte jederzeit verfügbar verwaltet werden.

Pflegekräfte und andere berechtigte Personen wie zum Beispiel Ärzte haben mit mobilen Endgeräten zeit- und raumunabhängig Zugang zu den Daten, hinterlegen Bilder von Verletzungen, geben Messwerte ein und halten somit die Pflegeakte stets aktuell. Dies ermöglicht eine Vernetzung aller Beteiligten im Pflegeprozess und unterstützt eine Kommunikation und Informationssammlung in Echtzeit, wodurch die Pflegedienstleistung effizienter und durch den immer aktuellen Informationsstand auch besser durchgeführt werden kann.

Dank des Projekts wurde bewiesen, dass die Vernetzung der Pflege durch eine solche Plattform in der Praxis machbar und vor allen zukunftsfähig ist. Die Projektpartner machten aber auch deutlich, dass die Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität einer Plattform im Gesundheitswesen unbedingt jederzeit gewährleistet sein muss. Die dort gespeicherten Daten sind äußerst sensibel, weshalb ein umfassendes Sicherheitskonzept eine grundlegende Voraussetzung sein sollte.

Den Projekterkenntnissen folgend, werden sich zukünftige IT-Lösungen an vernetzten Versorgungsstrukturen orientieren müssen und einzelne Software-Applikationen werden sich nur in Verbindung zu ganzheitlichen Lösungen halten können. Ein weiteres Ergebnis des Projektes ist die Erkenntnis, dass daneben berufsgruppen- und sektorenübergreifende Prozess- und Serviceorientierung entscheidend an Bedeutung gewinnt. Um diese Entwicklung gezielt voranzutreiben, ist eine enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Forschung und Entwicklung (F&E) und erfahrenen Praxisnetzwerkern mit Weitsicht notwendig.

Konkretes Ziel der Forschung und Entwicklung im Pflegeumfeld ist es, betreute Menschen und Hilfspersonen wie Angehörige oder Pfleger in ihren alltäglichen Handlungen bestmöglich mit Hilfe von Technologien zu unterstützen. In zahlreichen Forschungsprojekten entwickeln Wissenschaftler Lösungen für die Zukunft der vernetzten Pflege mit Fokus auf Informations- und Kommunikationstechnik (IKT).



MEDICA.de; Quelle: Forschungszentrum Informatik