Bild: Kinder werfen einen Ball 
Häufiger Schulsport hilft gegen
Endothelschäden; © Pixelio.de

Übergewicht bei Schulkindern ist ein wachsendes Problem. Bis zu einem Viertel aller Kinder im Schulalter bringt zu viel Gewicht auf die Waage. Einer der Hauptgründe dafür ist die wachsende Unbeweglichkeit der Betroffenen. In den Gefäßen macht sich Unbeweglichkeit unter anderem durch Endothelschäden bemerkbar, die durch endotheliale Progenitorzellen (CPC) regeneriert werden können. Regelmäßige Bewegung erhöht die Zahl der CPC. In einer Studie wurde nun untersucht, ob sich körperliche Bewegung schon bei Kindern in einer Erhöhung der CPC bemerkbar macht.

An diesem „Leipziger Schulprojekt“ nahmen fünf Klassen der sechsten Jahrgangsstufe teil. Darunter war als Referenzgruppe die Klasse eines Leipziger Sportgymnasiums sowie jeweils zwei Klassen zweier Gymnasien aus Leipzig. Jeweils eine der beiden Klassen eines Gymnasiums erhielt ein Jahr lang jeden Tag eine Stunde Sportunterricht. Die andere Klasse hatte nur die üblichen zwei Stunden pro Woche. Die 115 teilnehmenden Schulkinder wurden zu Beginn und am Ende der Studie untersucht.

Ein Jahr nach Beginn der Studie hatten die Kinder in den Interventionsklassen eine verbesserte motorische Koordinationsfähigkeit. Außerdem steigerte sich die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) signifikant: 41.7 versus 37.7 ml/kg/min (p kleiner 0.01). CPC korrelierten mit der maximalen Sauerstoffaufnahme. Die Schüler am Sportgymnasium hatten erwartungsgemäß die meisten CPC im Blut (768 pro Milliliter). Aber die Schüler der Interventionsgruppe konnten jene in den Kontrollgruppen deutlich schlagen (633 versus 482 CPC pro Milliliter Blut).

Es ist also nie zu früh, mit der kardiovaskulären Prävention zu beginnen. Ob zusätzlicher Sportunterricht in der Schule auch die sportliche Aktivität im Erwachsenenalter beeinflusst, sollen nun Langzeitstudien zeigen.

MEDICA.de; Quelle: 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.