Dieses ernüchternde Ergebnis wurde in dieser Woche beim Jahreskongress der „European Society of Cardiology (ESC)“ vorgestellt. Es bezieht sich auf die EUROASPIRE-Studie, die vor zwölf Jahren zum ersten Mal die Situation herzkranker Patienten in verschiedenen europäischen Staaten miteinander verglich. Nun liegen die Ergebnisse des dritten Studiendurchlaufs vor. Diesmal nahmen 22 europäische Staaten daran teil, so dass sich Langzeit- und Querschnittsvergleiche ziehen lassen. Nur wenige Staaten allerdings haben an allen drei Durchläufen teilgenommen, darunter Tschechien, Finnland, Deutschland, Frankreich, Ungarn, Italien, die Niederlande und Slowenien. Insgesamt 8.547 Patienten nahmen in den genannten Ländern daran teil.

Der Langzeitvergleich ist sehr ernüchternd: Die Rate jener Koronarpatienten, die rauchen, hat sich kaum verändert und liegt bei nahezu konstant einem Fünftel. Bei Frauen und jüngeren Patienten hat das Rauchen sogar zugenommen.

Auch das Körpergewicht steigt ständig: Zwischen der ersten und der dritten Querschnittsuntersuchung hat sich das durchschnittliche Körpergewicht um 4,9 kg erhöht. Vier von fünf Patienten haben nun einen Body Mass Index von mehr als 25 kg/m2 und gelten damit als übergewichtig. Mehr als ein Drittel ist sogar stark übergewichtig mit einem BMI von mehr als 25 kg/m2. Bei der ersten Untersuchung traf dies nur auf ein Fünftel der Probanden zu. Geradezu explodiert ist der Anteil der Koronarpatienten mit Diabetes mellitus: von 17 Prozent auf 28 Prozent binnen zwölf Jahren.

Fortschritte hat es bei der Einstellung des Cholesterins gegeben, auch dank guter und neuer Wirkstoffe auf diesem Gebiet. Ärzten ist es aber offenbar nicht gelungen, Patienten zu einem gesünderen Lebensstil zu animieren.

MEDICA.de; Quelle: European Society of Cardiology (ESC) Congress 2007