Mehr als die Hälfte aller Patienten, die nach einem Herzanfall außerhalb der Klinik wieder belebt werden, sterben dann im Krankenhaus. Welche Patienten sind besonders gefährdet, dann doch noch im Krankenhaus zu sterben? Gibt es dafür Marker? Wissenschaftler vom Royal Infirmary of Edinburgh, Großbritannien, vermuten, dass Serum-Protein S-100 und die Neuronspezifische Enolase (NSE) zwei solcher Marker sein könnten.

Dies testeten sie nun an 143 Patienten, die in ihre Klinik eingeliefert worden waren. Alle hatten außerhalb der Klinik einen Herzanfall erlitten und waren wieder belebt worden. Innerhalb von zwölf Stunden, sodann 24, 48 und 72 bis 96 Stunden nach dem Vorfall wurde den Patienten im Krankenhaus Blut abgenommen. Dabei bestimmten die Wissenschaftler vor allem die S-100- und NSE-Spiegel. Bei 49 dieser Patienten konnte man zudem anhand des Rivermead Behavioural Memory Test (RBMT) das kognitive Vermögen der Patienten vor der Entlassung abschätzen.

Serumspiegel von mehr als 0,29 mcg/L haben eine 100prozentige Spezifität und 42,8prozentige Sensitivität für leichte bis mittel schwere Gedächtniseinschränkungen im Rahmen der Behandlung. NSE-Spiegel dagegen hatten keinerlei Aussagekraft für die Gedächtnisleistung.

Beide dagegen, S-110 und NSE, hatten eine Vorhersagekraft für Tod im Krankenhaus nach Wiederbelebung außerhalb der Klinik: Ab einem Wert von 71,0 mcg/L NSE und 1,2 mcg/L S-100 liegt die Spezifität für Tod im Krankenhaus bei 100 Prozent.

Die beiden Serummarker S-100 und NSE scheinen also eine gewisse Aussagekraft für das Versterben im Krankenhaus und kognitive Einschränkungen nach einem Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses zu haben.

MEDICA.de; Quelle: Heart 2007, Vol. 93, S. 1268-1273