Zwei Medikamente schaden den Herzklappen

In einer der Studien analysierte man 31 Fälle einer klinisch manifesten oder echokardiographisch nachgewiesenen Herzklappen-Dysfunktion unter 11.417 Patienten der „General Practice Research Database (GPRD)“, die zwischen 1988 und 2005 Medikamente gegen ihre Parkinson-Erkrankung eingenommen hatten. Von den 31 betroffenen Patienten hatten sechs in den zwölf Monaten zuvor Pergolid eingenommen und sechs weitere Cabergolin. Rein rechnerisch ist damit das Risiko, an einer Dysfunktion der Herzklappen zu erkranken, unter den beiden genannten Wirkstoffen signifikant höher als unter der Einnahme eines anderen Wirkstoffes gegen den Morbus Parkinson.

An der zweiten Studie nahmen 155 Parkinson-Patienten teil, die Pergolid, Cabergolin oder einen anderen Dopamin-Antagonisten eingenommen hatten. Sie wurden mit 90 Kontrollprobanden ohne Morbus Parkinson verglichen. Mit Hilfe der Echokardiographie untersuchte man bei allen die Funktion der Herzklappen.

Die Prävalenz klinisch signifikanter Schließdefekte und Herzklappenverdickungen war in der Gruppe der Patienten mit Cabergolin oder Pergolid um das 4,2- bis 7,3-fache höher als bei den anderen Patienten, die keinen dieser Wirkstoffe, dafür andere Parkinson-Medikamente eingenommen hatten. Deren Risiko lag etwa auf demselben niedrigen Niveau wie jenes der Kontrollprobanden.

Experten weisen darauf hin, dass die beiden Substanzen Pergolid und Cabergolin den Serotonin-Rezeptor 5-Hydroxytryptamin 2B (5-HT2B) blockieren. Schon früher haben Studien darauf hingewiesen, dass die Blockierung dieses Rezeptors die Herzklappenfunktion beeinträchtigen kann.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2007, Vol. 356, S. 29-38, 39-46