Zum siebzehnten Mal vergibt die Gertrud Reemtsma Stiftung den mit 50.000 Euro dotierten Zülch-Preis für besondere Leistungen der neurologischen Grundlagenforschung. Wie in den vergangenen Jahren wird der Preis auch diesmal geteilt. Geehrt werden zwei Wissenschaftler, die herausragende Beiträge zur Schmerzforschung geliefert haben.

Prof. David Julius, University of California, San Francisco, wird ausgezeichnet "in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Entdeckungen auf dem Gebiet der Schmerzforschung, insbesondere der Aufklärung der molekularen Mechanismen der Schmerz- und Temperaturempfindung". Und Prof. Dr. Peter J. Jannetta, Allegheny General Hospital, Pittsburgh, USA, erhält den Preis "in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Untersuchungen zum Konzept der neurovaskulären Kompression und den daraus abgeleiteten Operationsverfahren zur Behandlung der Trigeminus-Neuralgie und anderer neurovaskulärer Kompressionssyndrome".

Prof. Julius und seinem Team geht es vor allem darum, die neuralen Mechanismen aufzuklären, die unserem Tastsinn zugrunde liegen - einschließlich seiner Fähigkeit, Temperatur- und Druckänderungen zu spüren. Das spezielle Interesse der Forscher gilt der Frage, wie diese Mechanismen dazu beitragen, dass wir schmerzvolle Stimuli wahrzunehmen in der Lage sind (Nozizeption). Sein Team versucht außerdem zu verstehen, auf welche Weise sich Schmerz als Reaktion auf jene Gewebe- oder Nervenschädigungen verstärkt, die mit wachsenden Tumoren, Infektionen oder anderen Formen von Verletzungen einhergehen.

Zu den herausragenden wissenschaftlichen Leistungen Jannettas zählt die Erarbeitung eines Konzepts des neurovaskulären Konflikts beziehungsweise der neuronalen Kompression von Hirnnerven, die zu unterschiedlichen Erkrankungen führen kann: zum Beispiel zur Trigeminus-Neuralgie (TGN). Als Ursache dieser Erkrankung identifizierte Jannetta eine Kompression des 5. Hirnnervs - des Trigeminus-Nerven - durch umgebende Blutgefäße. Jannetta entwickelte anhand dieses theoretischen Konzepts ein mikrovaskuläres Dekompressionsverfahren, das den Patienten eine effektive therapeutische Alternative eröffnet, wenn medikamentöse Behandlungen versagen.

MEDICA.de; Quelle: Max-Planck-Gesellschaft