Durch die diversen Behandlungsmethoden der Infertilität haben sich die Zwillingszahlen als Anteil an den Gesamtgeburten in manchen westlichen Staaten inzwischen auf zwei Prozent verdoppelt. Der Trend zu immer geringerer Säuglingssterblichkeit wird dadurch abgeschwächt, dass viele Zwillinge zu früh geboren werden. Kinder mit sehr geringem Geburtsgewicht haben zudem häufig langfristige gesundheitliche und auch intellektuell-schulische Probleme. Dies trifft auch auf untergewichtige Zwillingskinder zu, wie einige frühere Studien gezeigt haben.

In einer Studie wurde daher nun untersucht, ob Zwillingskinder langfristig ähnliche schulischen und akademischen Erfolge aufzuweisen haben wie einzeln geborene Kinder und ob das Geburtsgewicht – bei Einzel- und Zwillingsgeburten – einen Einfluss auf diese intellektuelle Leistungsfähigkeit hat.

Alle Zwillingskinder, die zwischen 1986 und 1988 in Dänemark geboren wurden (3.411), flossen in diese Studie mit ein. 7.796 randomisiert ausgewählte Nicht-Zwillingskinder dienten als Vergleichsgruppe.

Beruhigendes Ergebnis für alle Eltern von Zwillingen: Die Schulleistungen in der neunten Klasse unterschieden sich zwischen Einzel- und Zwillingskindern nicht, obwohl die Zwillingskinder bei der Geburt im Durchschnitt 908 Gramm weniger auf die Waage brachten.

Dieses Ergebnis hatte auch Bestand, nachdem man verschiedene Störfaktoren wie Alter der Eltern, Bildung der Eltern und anderes herausgerechnet hatte.

Allerdings zeigte sich ein anderer, knapp signifikanter Zusammenhang: Je höher das Geburtsgewicht, desto besser die Schulleistungen in der neunten Klasse bei Zwillings- wie auch Nicht-Zwillingskinder.

Unter dem Strich ein erfreuliches Ergebnis, das die älteren Studien keineswegs widerlegt, wie die Studienautoren schreiben. Vielmehr sind die guten schulischen Leistungen der Zwillingskinder wohl das Ergebnis der besseren medizinischen Versorgung in en letzten Jahrzehnten.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 333, S. 1095