16.03.2009

Salli Systems / Easydoing Oy

Zweigeteilter Sattelsitz vorteilhaft für die sexuelle Gesundheit

Es wird geschätzt, dass mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung Europas regelmäßig oder chronisch unter funktionalen Störungen oder Erkrankungen der Genitalien leidet. Etwa 40 Prozent der berufstätigen Männer haben eine Form der Erektionsstörung.

Eine der Hauptursachen für diese Symptome ist das Sitzen und seine gesundheitsschädlichen Einflüsse auf die Blutzirkulation in der Beckenregion und den Beinen. Wenn eine Person sitzt, werden die Lymphbahnen, Nerven und Venen zwischen den Beckenknochen (hauptsächlich das Schambein und der Hüftknochen) und dem Stuhl eingeklemmt. Somit ist es nicht schwer sich vorzustellen, welche große Anzahl von Blutgefäßen und Nerven vorübergehend blockiert werden, wenn das Gewicht des Oberkörpers diese beim Sitzen auf einem Stuhl zusammendrückt.

Die männliche Anatomie ist besonders schlecht für das Sitzen geeignet. Männer haben die Neigung, mit nach hinten gekipptem Becken zu sitzen. Diese unbewusste Angewohnheit entlastet die Peniswurzel, die hinter den Hoden liegt, vom Druck. Mit der Hüfte nach hinten geneigt und einem Rundrücken ist das Sitzen zwar vorteilhaft für die Genitalien, doch gleichzeitig ist dies aber schädlich für die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule. Sitzen auf einem konventionellen Stuhl bietet einem keine Möglichkeit mit der Hüfte nach vorne zu neigen, was für die Bandscheiben vorteilhaft wäre. Auf der anderen Seite wird beim Sitzen mit gerader Hüfte ein enormer Druck auf den Schamnerv ausgeübt, der nachweislich Impotenz herbeiführen kann.

Bei der Verwendung eines zweiteiligen Sattelsitzes wird der untere Teil des Penis (hinter den Hoden) nicht mehr in gleicher Weise durch die Kompression in Mitleidenschaft gezogen, wie dies bei der Verwendung eines normalen Sitzes der Fall ist. Auch der Druck auf den Beckenausgang, seine Nerven und Blutgefäße verringert sich deutlich.

Bei Frauen erhöhen enge Unterhosen in Verbindung mit Binden und Slipeinlagen das Infektionsrisiko. Dies ist auf die unzureichende Belüftung des Genitalbereichs zurückzuführen, die zu einer Erhöhung der Temperatur und der Feuchtigkeit führt − ein Phänomen, das die Gynäkologen Mitte der 90er Jahre diagnostizierten, als die Verwendung von Slipeinlagen drastisch zunahm. Das Sitzen auf einem Sattelsitz, der in der Mitte der Sitzfläche geöffnet ist, verringert die Wahrscheinlichkeit von Infektionen, da die Belüftung des Bereiches verbessert wird.

Der zweiteilige Sattelsitz regt sowohl Männer als auch Frauen an, ihre Hüfte nach vorne zu neigen, ohne dabei das unbequeme Gefühl von Druck auf den Beckenknochen oder die Genitalien zu haben. Dies unterstützt die Aufrechterhaltung einer guten Lordose, der physiologisch natürlichen Krümmung der Wirbelsäule. Darüber hinaus hilft eine lockere und atmungs¬aktive Bekleidung, die Blutzirkulation in den unteren Extremitäten und die Gesund¬heit der Beckenregion zu verbessern.

Die reitähnliche Sitzposition auf einem qualitativen Sattelstuhl hat offensichtlich zahlreiche vorteil¬hafte Auswirkungen auf die menschliche Physiologie. Die deutlichsten positiven Einflüsse sind die für die Gesundheit des Rückens, der Knie und der Hüftgelenke, eine tiefere Atmung und ein verbesserter Stuhlgang. Der Zusammenhang zwischen sexueller Gesundheit und Sitzen ist dagegen noch nicht ganz verstanden. Jedoch ist eine Verbesserung der sexuellen Gesundheit und Funktion ein wichtiger und intimer Aspekt des Lebens, den Sie durch die richtigen Entscheidungen beeinflussen können. Für gesundheitsbewusste Menschen ist es jetzt möglich, gesündere Bekleidung und physiologisch günstige – und damit vorteilhafte – Sitzmöglichkeiten basierend auf den neuesten Erkenntnissen zu wählen.

Veli-Jussi Jalkanen
Spezialist für Sitzergonomie


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