Bild: Ras-Protein 
Messung der Veränderung der
Oberfläche des Ras-Proteins;
© Uni Bochum

Das Ras-Protein ist der zentrale Ein- und Ausschalter des Zellwachstums. Ist der Schalter defekt, läuft das Wachstum aus dem Ruder: So genanntes onkogen mutiertes Ras, das immer auf "an" geschaltet ist, ist einer der Auslöser von Krebserkrankungen.

Wissenschaftler haben mittels eines hochauflösenden Spektroskopieverfahrens einen Zustand nachgewiesen, in dem das Ras-Protein zwar schon auf "an" geschaltet ist, aber noch nicht in der Lage, das Wachstumssignal weiterzugeben. "Wenn es gelingt, diesen Zustand zu stabilisieren, könnte man Krebserkrankungen aufgrund von defektem Ras an der Wurzel beheben", erklärt Prof. Klaus Gerwert von der Ruhr-Universität Bochum.

Der jetzt entdeckte Zustand, bei dem der interne Taktgeber auf "an" steht, die Oberfläche aber noch keine Signalweiterleitung erlaubt, kann möglicherweise als Ausgangspunkt für eine so genannte molekulare Therapie eingesetzt werden. "Bei einer molekularen Therapie wird der Tumor nicht durch Operation oder Bestrahlung, die mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist, zerstört, sondern man behandelt gezielt und ursächlich den defekten Signalweg", so Prof. Gerwert.

Gelingt es, mit kleinen Wirkmolekülen den neu entdeckten Zustand zwischen Einschaltung und Signalweiterleitung zu stabilisieren, kann in onkogen mutierten Ras- Proteinen die unkontrollierte Signalweiterleitung gestoppt werden.

In der jetzt veröffentlichten Arbeit beschreiben die Forscher einen spektroskopisch messbaren Fingerabdruck dieses Zustandes. Anhand dieses Fingerabdrucks können sie künftig sehr schnell messen, ob ein Wirkstoffe diesen Zustand stabilisieren kann und somit ein potenzielles Krebsmedikament darstellt. Dieses Messverfahren soll zum schnellen Screenen von potenziellen Wirkstoffen eingesetzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum