Das zeigt eine Subanalyse der „Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis (MESA)”-Studie, an der 6.814 Frauen und Männer teilnahmen. Alle waren frei von kardiovaskulären Beschwerden. Teilnehmer der Studie waren ethnisch gemischt. Alle Probanden gaben unter anderem Aufschluss über verschiedene Verhaltensparameter wie etwa Bewegung, Rauchen, Alkoholgebrauch und anderes. Auch körperliche Parameter wie der Body Mass Index wurden erhoben, außerdem umfangreiche Blutanalysen vorgenommen.

Der Verhaltensfaktor „Zynismus“ wurde mit dem Fragebogen „Cook-Medley Hostility Scale“ erhoben, Depressionen mit dem „Center for Epidemiologic Studies-Depression Scale score“. Chronischen Stress wiederum konnten die Probanden anhand einer Skala von null bis vier Punkten angeben.

Als man diese Werte mit den Blutwerten verschiedener Entzündungsmarker verglich, zeigte sich ein starker Zusammenhang mit dem C-reaktiven Protein und dem IL-6: Personen, die als zynisch gelten müssen, haben im Durchschnitt sieben Prozent höhere Werte des C-reaktiven Proteins als nicht-zynische Menschen. Beim IL-6 beträgt der Unterschied neun Prozent.

Ähnliche Unterschiede bei Patienten mit Depressionen: Auch sie haben mehr IL-6 im Blut, und zwar sieben Prozent. Schließlich chronischer Stress: Zwei oder mehr stressige Faktoren erhöhen die Blutspiegel von IL-6 um vier Prozent gegenüber Personen, die keinen Stress haben. Beim C-reaktiven Protein beträgt der Unterschied fünf Prozent.

Da diese Entzündungsmarker auch das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen erhöhen, glauben Wissenschaftler nun, die pathophysiologische Verbindung zwischen Stress und Herzerkrankungen gefunden zu haben. Allerdings wollen sie nicht so weit gehen, Stress als Ursache von Herzerkrankungen zu sehen. Dies sei denn doch zu einfach, schreiben sie.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2007, Vol. 167, S. 174-181