Die meisten Modelle zur Vorhersage des Rezidivs eines Prostatakarzinoms nutzen das Prostata-spezifische Antigen (PSA), und zwar dessen Wert vor der Behandlung. Auch das klinische Stadium des Karzinoms, Biopsien und der Gleason-Score können dazu dienen, die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs vorherzusagen. In einer Studie wurde nun untersucht, ob auch das Humane Glanduläre Kallikrein 2 (hK2) sowie der Wert des freien PSA (fPSA) vor der Behandlung die Rezidivwahrscheinlichkeit vorhersagt.

Retrospektiv wurden von deutschen Medizinern die Daten von 461 Männern analysiert, die sich zwischen 1999 und 2001 wegen eines lokalisierten Prostatakarzinoms einer radikalen Prostatektomie unterzogen hatten. Zunächst berechneten die Studienleiter, wie genau die Kombination aus präoperativem tPSA; klinischem Stadium und Gleason-Score die Rezidivwahrscheinlichkeit voraussagen konnte. Danach verglichen sie das mit der Genauigkeit, mit welcher die Kombination aus präoperativem fPSA und hK2 diese Wahrscheinlichkeit voraussagte.

Bei 90 Patienten gab es ein Rezidiv (20 Prozent). Von diesen hatten 48 Patienten vor der Behandlung einen totalen PSA-Spiegel von bis zu 14 ng/ml und 20 Patienten einen totalen PSA-Wert von bis zu 10 ng/ml.

Insgesamt verlief der Vergleich der beiden Vorhersagemodelle enttäuschend: hK2 kann offenbar die Vorhersagekraft nicht signifikant verbessern. Profitieren konnten nur Männer mit einer gemäßigten Erhöhung des PSA-Wertes vor der Behandlung auf höchstens 14 ng/ml. In diesen Fällen erhöhte das hK2 die prädiktive Qualität.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2006, Vol. 118, S. 1234-1240