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Xenon-Recycling in Vollnarkosen

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Anästhetikum: Xenon-Recycling in Vollnarkosen

Jährlich weltweit durchgeführte Narkosen mit Lachgas und volatilen Anästhetika liegen in etwa bei 50 Millionen. Da volatile Anästhetika FCKWs sind, wurde 1992 beschlossen, deren Einsatz bis zum Jahre 2030 gänzlich einzustellen. Xenon-Recycling könnte Abhilfe schaffen.01.07.2004


Auch Vollnarkosen können recycelt
werden!; © Hemera

Das Statistische Bundesamt beziffert die Zahl der in den alten Bundesländern im Jahr 1992 durchgeführten Vollnarkosen mit jährlich 8 Mio. Das entspricht einer jährlichen Immission von 4 Milliarden Litern Lachgas und 40 Mio. Litern volatiler Anästhetika. Zudem werden als Folgen chronischer Arbeitsplatzbelastungen mit Narkosegasen teratogene (keimschädigende), mutagene (erbgutverändernde) und frühgeburtsauslösende Effekte diskutiert.

Eine gewisse Entlastung könnte die Verwendung von Xenon als Anästhetikum bewirken. Xenon ist das einzige Edelgas, das bei Normaldruck eine anästhetische Wirkung zeigt. Der narkotische Effekt des Xenons ist 1,5mal stärker als der von Lachgas. Aufgrund seiner extrem geringen Blutlöslichkeit wird Xenon schneller abgeatmet als alle bisher bekannten Anästhetika. Es ist weder ozonschädlich noch ein Treibhausgas, es brennt nicht und ist ungefährlich für Schwangere. Während einer Xenon-Narkose bleiben die Kreislaufverhältnisse äußerst stabil, so dass sie besonders für Patienten mit Herz-Kreislauf-Schäden geeignet ist.

Xenon ist aufgrund seiner Eigenschaften und seiner Verfügbarkeit allerdings kein Ersatz für Lachgas und etablierte Anästhetika, sondern wird sie ergänzen. Für bestimmte Indikationen hat Xenon aufgrund seiner Eigenschaften deutliche Vorteile im Vergleich zu anderen Mitteln. Die reinen Stoffkosten werden zwar höher ausfallen, bezogen auf die Kosten der Gesamtbehandlung wird Xenon jedoch deutlich preiswerter sein.

Eine weitere Möglichkeit zur Kostensenkung besteht darin, das benutzte Xenon durch Recycling erneuter Verwendung zuzuführen. Arbeitsgruppen haben verschiedene Recyclingsysteme entwickelt und patentieren lassen. Im routinemäßigen Einsatz sind die Systeme noch nicht.

PD Dr. med. habil. Thomas Marx und seine Mitarbeiter in der Abteilung Kardioanästhesiologie der Universität Ulm haben in jüngerer Zeit ein kryogenes Verfahren entwickelt, mit dem Xenon verflüssigt und schließlich abgetrennt werden kann. Im Tierversuch konnte die Ulmer Gruppe damit etwa zwei Drittel des zur Anästhesie eingesetzten Xenons in einer Reinheit von mehr als 90 % zurückgewinnen. Dadurch erweitert sich das Anwendungsgebiet für die Xenon-Anästhesie auf Operationen mit sehr hohen Gasverbräuchen wie z. B. am Herz-Kreislauf-System.

MEDICA.de; Quelle: Universität Ulm

 
 

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