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Verdacht auf Arteriitis temporalis? Wichtig sind Anamnese und Klinik

Nicht hinter jedem Schläfen-Kopfschmerz steckt eine Arteriitis temporalis. Wenn dies aber der Fall ist, droht dem Patienten die Erblindung. Einige Hinweise erleichtern die Entscheidung für eine Biopsie, bevor es zu spät ist.

Eine systematische Analyse der Literatur aus den Jahren 1966 bis 2000 zu diesem Thema hat gezeigt, dass Schmerzen nach längerem Kauen von Speisen, die so genannte "Kiefer-Claudicatio" und Doppelbilder die stärksten anamnestischen Hinweise auf eine Arteriitis temporalis sind. Ist die Arteria temporalis weitgehend unauffällig, das heißt ohne tastbare Verhärtung, Vergrößerungen oder Druckschmerzhaftigkeit, ist dies ein starker Hinweis darauf, dass die Arteriitis temporalis eher unwahrscheinlich ist. Bei normaler BSG muss man sich in Bezug auf eine Arteriitis temporalis mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Sorgen machen.

Entscheidend bei Verdacht auf eine Arteriitis temporalis ist die genaue Anamnese. Treten Kopfschmerzen auf, sind sie bei dieser Erkrankung typischerweise heftig und pochend, treten in jedem zweiten Fall bitemporal auf und beginnen plötzlich. Oft besteht auch eine Überempfindlichkeit der Kopfhaut, die sich zum Beispiel beim Kämmen bemerkbar macht. Häufig erzählen die Patienten, solche Beschwerden noch nie zuvor erlebt zu haben. Kommt es zum Sehverlust, dann in aller Regel nicht plötzlich, sondern langsam. Der Arzt sollte aus diesem Grund nach vorübergehenden Sehstörungen, Gesichtsfeldeinschränkungen oder Doppelbildern fragen. Eine Polymyalgia rheumatica muss ausgeschlossen werden.

MEDICA.de; Quelle: JAMA 2002, Vol. 287, S. 92-101

 
 
 

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