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Mit Statinen gegen die Alzheimer-Demenz

01.09.2002

Cholesterinsenkende Wirkstoffe werden für Anti-Alzheimer-Forscher zunehmend interessant.

Tierstudien aus den 90er Jahren legen einen Zusammenhang zwischen hoher Cholesterin-Aufnahme und der Entwicklung einer Demenz vom Alzheimer-Typ (AD) nahe. Zudem haben zwei retrospektive epidemiologische Studien nachgewiesen, dass Wirkstoffe aus der Gruppe der Statine das Risiko für die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz um 40 bis 79 Prozent senken können.

Dies hat umfangreiche Forschungen nach dem Wirkmechanismus dieses protektiven Effektes nach sich gezogen. Wissenschaftler der St. George's Hospital Medical School in London präsentierten auf der 8th International Conference on Alzheimer's Disease and Related Disorders (ICADRD) in Schweden ihre Theorie, wonach erhöhtes Cholesterin in den Zellen die Glykolisierung von BACE, einem der Schlüsselenzyme bei der Bildung des Beta-Amyloid-Proteins, hemmt. Heidelberger Wissenschaftler vermuten aufgrund von in-vitro-Studien, dass Cholesterin das BACE und andere Enzyme an den Ort der Plaque-Bildung transportiert.

Derweil sind die bisherigen epidemiologischen Studien zum Zusammenhang von Cholesterin mit Alzheimer-Demenz uneinheitlich. Wissenschaftler der Boston University School of Medicine, USA, präsentierten auf dem Kongress eine retrospektive Studie mit 2.378 Teilnehmern aus Familien mit einer AD-Familienanamnese. Diese Studie zeigte ebenfalls, dass Statine das Risiko einer AD senken können.

Anders dagegen das Ergebnis einer Studie aus Baltimore mit 4.740 Teilnehmern über 65 Jahre. Obwohl die Einnahme von Statinen bei dieser Studienpopulation mit einer verringerten Demenz-Prävalenz einher ging, blieb das Ergebnis nicht signifikant. Außerdem zeigte die Studie, dass Statine, welche die Blut-Hirn-Schranke überwinden können, einen potentiell größeren risikosenkenden Effekt haben als Wirkstoffe, welche die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden können.

MEDICA.de; Quelle: 8th International Conference on Alzheimer's Disease and Related Disorders (ICADRD)

 
 
 

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