Sie befinden sich hier: MEDICA-Portal. MEDICA Magazin. Archiv.
Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft entwickelt Leitlinie zur "Aut-idem-Substitution"
Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft entwickelt Leitlinie zur "Aut-idem-Substitution"

Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) hat eine Leitlinie entwickelt, die Ärzten die "Aut-idem-Substitution" erleichtern soll.
In Anlehnung an "Good Clinical Practice" stellt die DPhG den Entwurf einer als "Good Substitution Practice (GSP)" bezeichneten Leitlinie vor, die Handlungsanweisungen enthält, nach denen ein qualifizierter Präparateaustausch zwischen wirkstoffgleichen Arzneimitteln vorgenommen werden kann. Darüber hinaus zeigt die Leitlinie auf, wann aus pharmazeutisch/medizinischen Erwägungen von der gesetzlich vorgeschriebenen Substitution abgesehen werden sollte.
Die Leitlinie beschreibt Arzneimittelgruppen, bei denen für eine Substitution spezielle Voraussetzungen erfüllt sein müssen, sie beschreibt Darreichungsformen, deren Substitution nur unter speziellen Kautelen erfolgen sollte. Außerdem werden wirkstoffbezogene Kriterien genannt, die für die Beurteilung der therapeutischen Äquivalenz von Generika bedeutsam sind. Ausführlich geht die Leitlinie auf die "Aut-idem-Substitutionsproblematik" bei Phytopharmaka ein und enthält Entscheidungsbäume, denen Ärzte und Apotheker bei der geforderten Substitution folgen sollten.
Die DPhG möchte mit dieser Leitlinie dazu beitragen, dass die Arzneimittelsicherheit bei einem Austausch zwischen wirkstoffgleichen Arzneimitteln nicht gefährdet wird und vor allem die berechtigten Interessen der Patienten gewahrt bleiben. In einzelnen Punkten unvermeidbar waren dabei Konflikte zwischen den Empfehlungen der Leitlinie und den neuen Vorgaben für die Aut-idem-Substitution, wie sie durch das Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz (AABG) ins SGB V (Paragraphen 73 und 129) eingeführt wurden.
Die Leitlinie wird am 09. 03. 2002 von 9:30 bis 11:30 auf der Interpharm in Stuttgart im Rahmen eines Vortrages "Aut-idem richtig umsetzen" mit Diskussion vorgestellt. Der Text der Guideline kann auf der Homepage der DPhG abgerufen werden.
MEDICA.de; Quelle: Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft
Bild: Mitglieder der DPhG-Arbeitsgruppe (von links nach rechts): Dr. Ilse Zündorf, Prof. Ernst Mutschler, Prof. Theo Dingermann, Prof. Henning Blume, Dr. Klaus Brauer; Bildquelle: obs/DPhG
