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Der Genetik der bipolaren Störung auf der Spur
29.04.2002
Eine internationale Arbeitsgruppe versucht zur Zeit, eines der Gene zu identifizieren, welches die manisch-depressive Erkrankung mit auslöst. Das Ziel liegt zum Greifen nahe.
Manisch-Depressive leiden unter extremen Stimmungsschwankungen; viele Erkrankte nehmen sich während einer depressiven Phase das Leben. Etwa ein Prozent aller Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an dieser bipolaren affektiven Störung, und zwar unabhängig vom Kulturkreis, zu dem sie gehören. Die Ursachen sind noch unbekannt; dementsprechend schwierig gestaltet sich die Behandlung.
Inzwischen ist bekannt, dass genetische Faktoren zur Krankheit beitragen. Träger der entsprechenden Erbanlagen, haben Zwillingsstudien ergeben, erkranken mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent. In einer neuen Studie wurden insgesamt 75 Familien mit 445 Personen untersucht. 275 von ihnen waren manisch-depressiv. Die Wissenschaftler haben bei Geschwistern, die unter der manisch-depressiven Krankheit leiden, untersucht, an welchen Stellen sich auf ihren Chromosomen die Erbinformationen besonders stark ähneln. Dazu haben sie 400 kurze Genom-Abschnitte unter die Lupe genommen. Resultat: Einige dieser Abschnitte sind bei den kranken Geschwistern besonders häufig identisch - in ihrer Nähe könnte sich ein Gen befinden, das zum Ausbruch der Krankheit beiträgt.
Zwei Abschnitte - einer auf dem langen Arm von Chromosom 8, der zweite auf Chromosom 10 - scheinen dabei besonders heiße Anwärter zu sein. Beide bestehen aber noch aus vielen Millionen Aminosäuresequenzen und sind daher viel zu groß, als dass man sie direkt sequenzieren und die Sequenz von Kranken und Gesunden miteinander vergleichen könnte. Mit weiteren Methoden möchten sich die Wissenschaftler immer weiter an das mögliche Gen herantasten.
MEDICA.de; Quelle: Human Molecular Genetics 2001, Vol. 10, S. 2933-2944












