Sie befinden sich hier: News. Archiv.
Archiv
Bessere Behandlungsstandards nutzen den Infarktpatienten
09.05.2002
Richtet sich die Pflege von Post-Infarktpatienten an anerkannten Leitlinien aus, kann dies das Langzeitergebnis positiv beeinflussen.
Die Qualität der Behandlung von Infarktpatienten war in den vergangenen Jahren Gegenstand intensiver Forschung. Noch immer war allerdings unklar, ob ein Programm zur leitliniengesteuerten Pflege solcher Patienten sich an einer großen Zahl von Krankenhäusern auch tatsächlich in der Praxis bewähren könne. Um dies zu prüfen, wurde in den USA das Guidelines Applied in Practice (GAP)-Programm ins Leben gerufen. Im wesentlichen basiert es auf einer gründlichen Diagnose, konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Behandlungsabläufe und deren ständiger Qualitätskontrolle. Außerdem schulte man die Patienten. Dieses Programm wurde an zehn Krankenhäusern im US-Bundesstaat Michigan eingeführt.
Studienteilnehmer waren 735 Infarkt-Patienten, die zwischen Juli 1998 und Juni 1999 in eines der zehn teilnehmenden Krankenhäuser aufgenommen worden waren. Im vierten Quartal 2000 wurden sie nachuntersucht. Als Vergleichsgruppe dienten 513 Patienten, die mit der gleichen Diagnose in ein Krankenhaus eingeliefert worden waren, das nicht am GAP-Programm teilnahm. Auch diese Probanden wurden nachuntersucht (März bis August 2001).
Wie erwartet, entsprach die Therapie jener Patienten, die aus einem der GAP-Krankenhäuser entlassen worden waren, zu einem höheren Prozentsatz den anerkannten Leitlinien als die Therapie jener Patienten aus der Vergleichsgruppe. Das galt zum Beispiel für den Einsatz von Acetylsalicylsäure, Beta-Blocker und ACE-Hemmer. Unter den geschulten Patienten gaben aber auch signifikant mehr das Rauchen auf und verbesserten ihre Ernährung als in der Vergleichsgruppe. Daraus darf man schließen, dass sich Leitlinien-basierte Programme zur Qualitätsverbesserung im Krankenhaus durchaus lohnen.
MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2002, Vol. 287, S. 1269-1276
