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Bipolare Störung im Kindesalter mit Mutterliebe überwinden
29.10.2002
Tritt eine bipolare Störung im Kindesalter auf, hat sie zumeist eine schlechte Prognose. Eine gute Beziehung zur Mutter kann diese Prognose um mehr als das doppelte verbessern.
Studien über Krankheitsverläufe bei Manie mit Krankheitsbeginn in der Adoleszenz liegen vor. Wenig ist jedoch bekannt über Spontanverläufe bei Krankheitsbeginn in der Kindheit. Eine prospektive Untersuchung über zwei Jahre sollte diese Lücke schließen. Teilnehmer waren 89 Kinder im Durchschnittsalter von 10,9 Jahren. 51 waren Mädchen. In halbjährlichen Abständen wurden Interviews mit den Patienten und deren Müttern geführt. Die Erkrankung hatte mit durchschnittlich sieben Jahren begonnen. In 53,9 Prozent der Fälle lag eine gemischte Form der Manie vor. 24,7 Prozent der Kinder hatten bereits versucht, sich umzubringen. Tägliche Symptome hatten 77,5 Prozent der Kinder. 57,3 Prozent jedoch lebten in intakten familiären Verhältnissen. 44,9 Prozent bezeichneten die Beziehung zu ihrer Mutter als gut.
Im Beobachtungszeitraum erholten sich 58 Patienten (65,2 Prozent). Wichtig war eine intakte Familiensituation. Lag diese vor, stieg die Wahrscheinlichkeit einer Erholung um den Faktor 2,2). Spezielle Symptome waren nicht bedeutsam für die Wahrscheinlichkeit einer Gesundung. 47,2 Prozent nahmen mindestens ein Medikament vorübergehend ein. Unter Lithium und Antikonvulsiva traten verstärkt Psychosen auf, ohne dass sich die Prognose besserte. 58 Kinder erlitten einen Rückfall (64 Prozent). Davon waren vorwiegend Kinder betroffen, die eine eher distanzierte Beziehung zur Mutter hatten. Zwölf Patienten aus dieser Gruppe erholten sich erneut. Von zehn Kindern mit Hypomanie bei Erstuntersuchung entwickelte sich bei acht die manifeste Form.
MEDICA.de; Quelle: American Journal of Psychiatry 2002, Vol. 159, S. 927-933












