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Unzuverlässig bei dünnen Frauen unter Hormonen

Die Effektivität der Mammographie hängt von ihrer Fähigkeit ab, das Vorliegen eines Mammakarzinoms zu erkennen oder auszuschließen - ausgedrückt in Sensitivität und Spezifität. Bislang gibt es nur wenige Daten darüber, inwiefern diese Werte bei den einzelnen Frauen variieren beziehungsweise von welchen Faktoren Sensitivität und Spezifität beeinflusst werden.

Daten aus der "Million Woman Study" bringen nun ein wenig Klarheit in diese Frage: 122.355 Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren hatten zu Beginn der Studie einen Fragebogen ausgefüllt, in dem sie über verschiedene Lebensstilfaktoren und individuelle Werte Auskunft gaben. Danach unterzogen sie sich einer routinemäßigen Mammographie.

Im Laufe der folgenden zwölf Monate nach Studienbeginn wurde bei 726 Frauen (0,6 Prozent) ein Mammakarzinom entdeckt, 629 durch Mammographie, 97 ohne mammographische Zeichen eines Mammakarzinoms. 3.885 (3,2 Prozent) zeigten mammographische Zeichen eines Mammakarzinoms, die sich aber nicht bestätigten. Die Sensitivität lag bei 86,6 Prozent, die Spezifität bei 96,8 Prozent.

Drei Faktoren hatten einen negativen Effekt auf Sensitivität und Spezifität: Hormonersatztherapie, vorherige Operationen an der Brust (Sensitivität: 83,5 Prozent versus 89,4 Prozent bei Frauen ohne anamnestische Brust-OP; Spezifität: 96,2 Prozent versus 97,4 Prozent). Außerdem der Body Mass Index: BMI unter 25kg/m2 versus über 25kg/m2 (Sensitivität: 85,7 Prozent versus 91,0 Prozent; Spezifität: 97,2 Prozent versus 97,4 Prozent). Weder die Sensitivität noch die Spezifität wurden signifikant durch Alter, Familienanamnese eines Mammakarzinoms, frühere Kontrazeptivaeinnahme, körperliche Aktivität, Rauchen oder Alkohol beeinflusst.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2004, Vol. 329, S. 477

 
 
 

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