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Auf Statine sollte man nicht hoffen

Einige frühere Untersuchungen hatten Hoffnung geweckt: Unter Statin-Therapie, die eigentlich den Lipidhaushalt verbessern und dadurch das kardiovskuläre Risiko senken soll, traten weniger Demenzen auf als bei Kontrollpersonen, die keine Statine einnahmen.

Klarheit sollte nun eine prospektive Kohortenstudie schaffen. 2.356 gesunde und kognitiv unauffällige Personen im Alter über 65 Jahre nahmen daran teil. Sie waren Kunden einer US-Health Maintenance Organisation (HMO) und wurden randomisiert ausgewählt. Alle zwei Jahre untersuchte man die kognitive Leistungsfähigkeit der Probanden. Anhand der HMO-Datenbanken konnte man den Einsatz von Statinen bei dieser Probandengruppe analysieren.

Bei 312 der Studienteilnehmer entwickelte sich innerhalb des Nachuntersuchungszeitraums, der insgesamt 13.110 Personenjahre umfasste, eine Demenz. In 168 Fällen war es wahrscheinlich ein Morbus Alzheimer. Der Abgleich mit der Einnahme von Wirkstoffen aus der Gruppe der Statine zeigte: Unter Statin-Einnahme erhöht sich das Risiko, irgendeine Form der Demenz zu entwickeln, nicht statistisch signifikant auf das 1,3-fache. Ein Morbus Alzheimer wird dagegen um rund zehn Prozent unwahrscheinlicher.

Etwas erfreulicher das Ergebnis für Probanden, die mindestens ein APOE-Epsilon4-Allel trugen. Bei ihnen sank das Risiko einer Alzheimer-Demenz unter Statin-Therapie um 67 Prozent. Doch auch dieser auf den ersten Blick sehr positive Wert verfehlte knapp die statistische Signifikanz (p gleich 0.06).

Dass frühere Studien andere Ergebnisse erbracht hatten und einen protektiven Effekt der Statin-Therapie vermuten ließen, liegt nach Ansicht der Studienautoren wahrscheinlich am Design früherer Studien. Die Studienautoren wollen aber nicht ausschließen, dass jene Personen, die bereits in jüngeren Jahren Statine einnehmen, langfristig dennoch kognitiv davon profitieren.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2004, Vol. 63, S. 1624-1628

 
 
 

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