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Hoher Zucker macht nicht depressiv

Hoher Zucker macht nicht depressiv


Verschiedene Studien hatten den Verdacht aufkommen lassen, dass Menschen mit Diabetes mellitus zu Depressionen neigen könnten. Dr. Anne Engum und eine Arbeitsgruppe vom Hospital Levanger in Norway haben sich dieser Frage nun etwas genauer angenommen. Sie analysierten die Daten der "Nord-Trondelag Health Study", an der 59.329 Personen teilgenommen hatten, die nicht an Diabetes mellitus litten. 223 weitere Studienteilnehmer waren an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt und 958 weitere litten an Diabetes mellitus Typ 2.

Die Studienteilnehmer wurden in Bezug auf eine Depression gescreent mit Hilfe der "Hospital Anxiety and Depression Scale". Vordergründig stützt das Ergebnis die Annahme, dass Diabetespatienten stärker zu Depressionen neigen: 15,2 Prozent der Patienten unter Diabetes mellitus Typ 1 litten an einer Depression, 19,0 Prozent der Patienten unter Diabetes mellitus Typ 2, aber nur 10,7 Prozent der Personen, die nicht von Diabetes betroffen waren.

Allerdings zeigte ein zweiter Blick, dass diabetische Patienten auch häufiger an weiteren chronischen somatischen Erkrankungen leiden als nicht-diabetische Patienten: (60,5 Prozent bei Diabetes mellitus Typ 1, 74,0 Prozent beim Typ 2 und 31,8 Prozent bei den Nicht-Diabetikern.

Verglich man die Gruppe jener Diabetiker, die keinerlei weitere chronische Erkrankung mehr hatten, mit der Gruppe der Nicht-Diabetiker, dann war die Inzidenz in beiden Gruppen vergleichbar. Daraus folgern die norwegischen Studienleiter, dass die höhere Inzidenz von Depressionen bei Diabetikern eher auf Komorbiditäten als auf den Diabetes mellitus an sich zurückzuführen ist.

MEDICA.de; Quelle: Diabetes Care 2005, Vol. 28, S. 1898-1909.

 
 
 

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