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Klein, aber oho

In Deutschland leiden 800.000 Menschen an Gelenkrheuma, der Rheumatoiden Arthritis. Bei Gelenkrheuma, der chronischen Entzündung der Gelenke, liegt eine schwere Störung des Immunsystems vor: Die Immunzellen greifen die eigenen Gelenkzellen an und zerstören somit das Gelenk. Orthopäden und Molekularbiologen aus Düsseldorf haben nun einen Weg gefunden, dagegen ankämpfen zu können.

1000 Mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares und dennoch ein riesiges klinisches Potenzial – Exosomen. „Exosomen sind winzig kleine Zellpartikel, die unter anderem von dem weißen Blutkörperchen produziert werden“, erklärt Molekularbiologe Dr. Julio Reinecke. Sie helfen bei der Steuerung des Immunsystems. Durch sie lernt das Immunsystem, eigene Zellen als eigen und fremde Zellen, als fremd zu erkennen. Der neu entdeckte Mechanismus der Immunitätsregelung hat eine stark entzündungs- und schmerzhemmende Wirkung.

Prof. Dr. med. Peter Wehling vom Zentrum für Molekulare Orthopädie Düsseldorf behandelte inzwischen 66, überwiegend austherapierte Rheumapatienten verschiedenen Alters mit Exosomen – mit großem Erfolg. Bereits eine einmalige Injektion der Exosomen in das rheumatische Gelenk brachte deutliche Besserung. „Wir haben bei zwei Drittel der Patienten rasche und deutliche Besserungen beobachtet“, so Wehling. Die Linderung hielt durchschnittlich drei bis sechs Monate an. Es zeigten sich eine deutliche Verbesserung des Gelenkschmerzes, der Gelenkschwellung sowie ein Rückgang der Entzündungswerte und eine Normalisierung der Blutsenkung. Traten erneut Beschwerden auf, konnte die Behandlung mit dem gleichen positiven Effekt wiederholt werden.

Insbesondere wenn die Basistherapie nicht ausreicht, kann die Exsosomen-Therapie die Behandlungsmethoden ergänzen. Zukünftig könnten Exosomen auch zur Behandlung anderer Immunerkrankungen, wie Multiple Sklerose, Neurodermitis und Allergien, eingesetzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Zentrum für Molekulare Orthopädie

 
 
 

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