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Mangelernährung in Krankenhäusern

"NutritionDay in European Hospitals" ist die bisher größte europaweite Studie, bei der Patienten direkt über ihre Ernährungssituation befragt werden. Ziel von 'NutritionDay' ist, die Bedeutung des Ernährungsstatus im Heilungsprozess den Patienten, Ärzten und Pflegepersonen bewusst zu machen. Dadurch sollen menschliches Leid und Krankenhauskosten verringert werden.

2006 wurden 16.455 Patienten in 748 Stationen in 25 Ländern befragt. Die Ergebnisse beweisen die Bedeutung der gezielten Ernährung im Krankenhaus. Denn bei Mangelernährung steigt die Liegedauer um bis zu 50 Prozent und das Sterblichkeitsrisiko erhöht sich drastisch. Laut dem österreichischen Koordinator des europaweiten Projekts, Prof. Michael Hiesmayr von der Medizinischen Universität Wien, lieferte bereits der NutritionDay2006 bedeutsame Ergebnisse:

Siebenundvierzig Prozent der Patienten kommen bereits mangelernährt ins Krankenhaus. Nur jeder dritte Patient (genau: 38 Prozent aller Patienten) isst das angebotene Essen vollständig auf. Eine Konsequenz: Die Liegedauer erhöht sich bei Mangelernährung durchschnittlich um sechs Tage.

Von den Patienten, die weniger als ein Viertel der angebotenen Menge aßen (das sind elf Prozent aller Patienten), waren nur elf Prozent mit dem Essensangebot unzufrieden. Die Mehrheit hatte keinen Appetit (47 Prozent) oder litt unter Übelkeit (14 Prozent). Als Ursachen wurden Krankheit und das "im Krankenhaus sein" angegeben.

Wenig Appetit bedeutet höhere Sterblichkeit: Gegenüber Patienten mit ausreichender Nahrungsaufnahme (Mortalität 1,3 Prozent) erhöht sich die Mortalität drastisch: bei halber Nahrungsaufnahme steigt die Mortalität auf 2,4 Prozent, bei jenen, die weniger als ein Viertel des Nahrungsangebots bzw. gar nichts essen auf 5,5 bzw. 5,7 Prozent.

Dickleibige Patienten haben pro Krankheitsfall eine geringere Mortalität als Untergewichtige. Dieser scheinbare Vorteil wird jedoch durch insgesamt höheres Krankheitsrisiko überkompensiert. Diese bekannten Fakten wurden in der Studie bestätigt.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V.

 
 
 

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