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Vier Biomarker verraten Rezidivrisiko

Der Test analysiert vier Proteine als Biomarker: P53, Bcl-2, Survivin und Caspase-3. Diese vier Biomarker hat man nun an 226 Patienten getestet, die sich wegen eines Blasenkarzinoms einer radikalen Zystektomie unterzogen hatten. Bei allen Patienten untersuchte man Blasengewebe. Bei einigen Patienten fand man Mutationen in allen vier Biomarkern. Jene Patienten hatten ein besonders hohes Rezidivrisiko und eine besonders hohe Mortalität. Diese liegt bei 90 Prozent innerhalb von sieben Jahren nach der radikalen Zystektomie. Patienten, deren vier genannte Marker nicht verändert waren, hatten dagegen nur eine Sieben-Jahres-Mortalität von zehn Prozent.

Dieses Ergebnis ist keinesfalls nur von akademischem Interesse. Die Studienleiter weisen jedenfalls darauf hin, dass die Ergebnisse ihrer Studie helfen, gefährdete Patienten zu finden, die dann möglicherweise eine besondere Hilfe bedürfen beziehungsweise für spezielle und experimentelle Chemotherapien in Frage kämen.

Einige Experten weisen darauf hin, dass diese Studie Schwächen hatte. Sie war zum einen retrospektiv angelegt und bezog sich auf archiviertes Gewebe, das zum Teil schon 15 Jahre lang gelegen hatte, ehe es für diese Studie untersucht wurde. Nicht auszuschließen, so die Kommentatoren, dass sich das Gewebe in dieser Zeit verändert hat. Außerdem sei die Nachbeobachtungszeit zu kurz gewesen.

Dennoch sei diese Studie wichtig, so schreiben auch Kritiker. Gerade auf dem Gebiet der Blasenkarzinome habe sich in den vergangenen Jahren frustrierend wenig getan, so dass die vier genannten Biomarker neue Hoffnung auf eine Verbesserung von Diagnose und gegebenenfalls auch Therapie bringen können. Nun sollen neue und prospektive Studien zu diesem Thema geplant werden.

MEDICA.de; Quelle: Lancet Oncology 2007, Vol. 8, S. 128-136

 
 
 

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