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Beschneidung senkt Infektionsrate und Kosten

Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass sich beschnitte Männer seltener durch Geschlechtsverkehr mit HIV infizieren als Männer, die über eine intakte Vorhaut verfügen. So wäre die Beschneidung vor allen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara ein wirksames Mittel, um die hohen HIV-Infektionsraten einzudämmen. Dem stehen aber die Kosten einer Beschneidung entgegen. In einer Studie wurde jetzt die etwas zynische Frage untersucht, ob sich die Beschneidung wirtschaftlich „lohnt“.

Diese französische Studie arbeitete mit einem Hilfsmodell. Sie nutzte Durchschnittsdaten von 16 Ländern, in denen die HIV-Prävalenz bei mehr als fünf Prozent lag und in denen weniger als 80 Prozent der Männer beschnitten sind. Außerdem nahmen die Forscher an, dass sich 85 Prozent der angefragten Männer zu einer Beschneidung bereit erklären würden.

Unter diesen Voraussetzungen errechneten die Wissenschaftler für diese Modellgesellschaft Gesamtkosten von rund zwei Milliarden Dollar in den ersten fünf Jahren eines Programms zur Beschneidung von Männern. Streckt man diese Kosten über zehn Jahre und berechnet Synergieeffekte mit ein, dann liegen die Gesamtkosten bei rund 1,45 Mrd. Dollar.

Schließlich errechneten die Wissenschaftler, wie viel eine HIV-Infektion den Staat und den privaten Gesundheitssektor kosten würde. Daraus lässt sich in diesem Modell voraussagen, dass jeder beschnittene Mann dem Gesundheitssystem in den ersten 20 Jahren des Beschneidungsprogramms pro Jahr etwa zwei Dollar spart.

Wenn man Männer und Kleinkinder kostenlos beschneidet, spart dies also langfristig mehr, als es zunächst kostet. Die Wissenschaftler fordern daher, in allen afrikanischen Ländern allen Männern und Knaben eine solche Beschneidung anzubieten.

MEDICA.de; Quelle: 4th International AIDS Society Conference on HIV Pathogenesis, Treatment and Prevention Abstracts WEAC1LB und WEAC105

 
 
 

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