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Moderater Alkoholkonsum verzögert Demenz

Bild: Eine ältere Frau  mit Kaffeetasse 
Es muss nicht immer nur
Kaffee sein; © Hemera

Studien haben gezeigt, dass vaskuläre Risikofaktoren das Auftreten von leichten kognitiven Einschränkungen (Mild Cognitive Impairment: MCI) und die Rate einer Progression zur Demenz beeinflussen. Da Alkohol einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem haben kann, dachte man schon länger daran, dass Alkohol sich möglicherweise positiv auf ein Demenzrisiko auswirken könnte. Bisherige Untersuchungen haben aber uneinheitliche Ergebnisse zu diesem Thema erbracht. Genaueres zeigte jetzt eine Studie aus Italien.

An dieser so genannten „Italian Longitudinal Study on Aging (ILSA)“ nahmen 1.445 Personen im Alter zwischen 65 und 84 Jahren teil. Zu Beginn der Studie waren alle Personen kognitiv völlig gesund. Bei 121 dieser Probanden entwickelte sich im Laufe des Beobachtungszeitraums eine MCI, völlig unabhängig vom Alkoholkonsum. Diese Patienten beobachtete man dann auch in den folgenden Jahren. Dabei unterzogen sie sich intensiven körperlichen und kognitiven Tests. Außerdem gaben sie in einem Fragebogen über bestimmte Lebensstielfaktoren Auskunft.

14 dieser Personen mit MCI verfielen in den folgenden durchschnittlich 3,4 Jahren einer Demenz. Am seltensten traf es jene Patienten mit MCI, die moderat Alkohol zu sich nahmen. Das heißt: höchstens einen alkoholischen Drink, also etwa 15 Gramm Alkohol, pro Tag. Im Vergleich zu Antialkoholikern hatten sie ein 85 Prozent geringeres Risiko, dass sich aus einer MCI eine Demenz entwickelte.

Bei mehr als einem Drink pro Tag gab es keinerlei Zusammenhang mehr mit dem Demenzrisiko. Im Gegensatz zu früheren Studien konnte die aktuelle Untersuchung auch keinen Zusammenhang mit der Art des alkoholischen Getränkes herstellen. Ob die Studienteilnehmer nun Bier oder Wein bevorzugten, war unwichtig.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2007, Vol. 68, S. 1790-1799

 
 
 

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