Hauptinhalt dieser Seite

Sprungmarken zu den verschiedenen Informationsbereichen der Seite:

Sie befinden sich hier: MEDICA-Portal. MEDICA Magazin. Archiv. Alzheimer.

Gewissenhaftigkeit hält das Denken klar

Man weiß inzwischen, dass verschiedene Charaktereigenschaften das Risiko bestimmter Erkrankungen im höheren Lebensalter erhöhen oder senken können. So vermutet man eine Verbindung zwischen der Gewissenhaftigkeit eines Menschen und seiner Mortalität beziehungsweise Morbidität. Ob dies auch für Demenzen vom Alzheimer-Typ gilt, ist bislang nicht erforscht worden.

Genauer wollten es jetzt Wissenschaftler des Rush University Medical Center in Chicago unter der Leitung von Robert Wilson wissen. Sie befragten zwischen 1994 und 2006 insgesamt 997 Menschen. Alle waren gesund. Die Probanden wurden unter anderem gebeten, zu Beginn der Studie einen Persönlichkeitstest durchführen.

Dabei legte man ihnen folgenden Satz vor: „Ich bin eine produktive Person, die immer ihre Arbeit macht“. Die Zustimmung zu diesem Satz galt bei den Studienleitern als ein gewisses Maß für die Gewissenhaftigkeit. Anhand einer Skala von Null für „nicht-produktiv“ bis 48 für „sehr produktiv“ sollten sich die Teilnehmer selbst einschätzen. Der durchschnittlich Wert der Probanden war 34. Zudem wurden die Teilnehmer neurologisch untersucht und man führte kognitive Tests durch.

Es erkrankten 176 der Untersuchten während der zwölfjährigen Studiendauer an einer Demenz vom Alzheimer-Typ. Verblüffendes Ergebnis, als man dies mit der Selbsteinschätzung der Probanden verglich: Jene, die eine hohe Zustimmung zu diesem Satz angaben (höher als 90. Perzentile) hatten ein 89 Prozent geringeres Risiko, an einer Demenz vom Alzheimer-Typ zu erkranken, als jene, die diesem Satz wenig abgewinnen konnten (unter der 10. Perzentile).

Dieses Ergebnis änderte sich auch kaum, als man andere Charaktereigenschaften mit einbezog oder den Grad der körperlichen Beweglichkeit, die Gefäßgesundheit der Probanden oder Ähnliches.

MEDICA.de; Quelle: Archives of General Psychiatry 2007, Vol. 64, S. 1204-1212

 
 
 

Mehr Informationen