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Gesundheitsfonds: Der Patient bleibt auf der Strecke

MEDICA Update - Rückblick 2008

Gesundheitsfonds: Der Patient bleibt auf der Strecke

Wolfram-Arnim Candidus von der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) ist wütend. Er ist wütend über die Gesundheitspolitik, bei der der Patient auf der Strecke bleibe - aber auch über die Versicherten, die sich nicht dagegen wehren.20.11.2008

Foto: Wolfram-Arnim Candidus
Wolfram-Arnim Candidus forderte
mehr Leistungen © Messe
Düsseldorf 2008

"Wir können Hurra schreien, denn jetzt kommt der Gesundheitsfonds", begann Candidus seinen Vortrag vor den Zuhörern des KKC-Gesundheits- Berufsverbände-Forums ironisch. Candidus möchte der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, wie sehr sie sich seiner Meinung nach von Krankenkassen, Industrie und Politikern ausbeuten lasse. "Die Beiträge erhöhen sich immer weiter, die Leistungsstreichungen sind immens", meint Candidus. Bei Brillen, Zähnen und Medikamenten-Zuzahlungen muss der Versicherte immer mehr selbst bezahlen.

"Und wir stehen begeistert vor dem System - und zahlen, zahlen und zahlen." 16,5 Prozent Versicherungsbeiträge, das sei keine unrealistische Zahl, orakelte er. Und während die Versicherten zahlen, kritisierte er, entscheiden andere. Durch den Gesundheitsfonds bekäme die Politik den vollen Zugriff auf die Finanzen und Beiträge. Das scheine aber wenige zu stören, denn die staatlich gelenkte Information der Versicherten und Patienten gelinge.

Anstatt der Heilung von Kranken sollte die Gesunderhaltung der Gesunden viel stärker finanziert werden, fuhr Candidus fort. Vom Mutterleib an müsste Prävention betrieben werden, so dass viele Krankheiten gar nicht erst ausbrächen. "Aber", betonte Candidus, "Prävention wird heute schlecht bezahlt - Ärzte bekommen viel mehr Geld dafür, wenn sie behandeln." Das müsse dringend geändert werden, so Candidus: "Wir brauchen ein Gesundheitswesen, kein Krankheitswesen."

 
 

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