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Forschungsprojekte: Trauma-Netzwerk soll Leben retten

MEDICA Update - Rückblick 2008

Forschungsprojekte: Trauma-Netzwerk soll Leben retten

„Med in.NRW“ - so heißt der größte Gesundheitswettbewerb von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (NRW) mit einem Budget von 70 Millionen Euro. Aus über 200 Wettbewerbsbeiträgen hat eine internationale Jury 33 Siegerprojekte ausgewählt. Eins davon ist das Trauma-Netzwerk unter Federführung der Universität Münster.21.11.2008

Foto:
Der NRW-Stand präsentiert
Forschungsprojekte © Messe
Düsseldorf 2008

"Ob Verletzte nach einem Unfall überleben oder nicht hängt von der Behandlung im Krankenhaus ab", sagt Doktor Christian Juhra von der Universität Münster. Das habe eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie vor zwei Jahren ergeben. Eine wichtige Rolle spielt aber auch die Zeit. "Hat der Verletzte schwere Bauchverletzungen, sinkt seine Überlebenswahrscheinlichkeit alle drei Minuten um ein Prozent", sagt Juhra. Vor allem in ländlichen Gebieten, wo eine Klinik nicht innerhalb weniger Kilometer erreichbar ist, wird das zum Problem für den Verletzten.

Ein Trauma-Netzwerk soll das ändern. 45 Kliniken im Umkreis von Münster sind daran beteiligt, auch in Niedersachsen und den Niederlanden. Damit der Notarzt schnell herausfinden kann, welche Klinik einen Patienten am besten behandeln kann, werden die Kontaktdaten der Projekt-Kliniken in einer Internetdatenbank gesammelt. Diese Daten kann der Arzt dann abrufen und entsprechend handeln. Denn bei einem Patienten mit leichten Verletzungen genügt die Behandlung in einem kleinen Krankenhaus. Bei schweren Verletzungen hingegen sollte er direkt in eine größere Klinik gebracht werden.

Ein weiterer Vorteil des Trauma-Netzwerks soll es sein, den Patienten schneller an den richtigen Spezialisten weiterzuleiten. "Oft stellt sich nach der Erstversorgung heraus, dass noch weitere Untersuchungen notwendig sind, zum Beispiel beim Neurochirurgen", sagt Juhra. Ziel des Projektes ist es in solchen Fällen, dem Spezialisten bereits vorhandene Bilder zum Beispiel aus dem Computertomographen (CT) online zu übermitteln. "Zurzeit werden solche Bilder oft noch per Taxi transportiert. Das ist teurer, kostet Zeit und ist im Zeitalter von Internet und E-Mail einfach überholt", erklärt Juhra.

Der Startschuss für den Wettbewerb fiel vor gut zwei Jahren. Die Krankenhäuser waren aufgefordert, innovative Wettbewerbsbeiträge zu sechs Themenbereichen abzugeben. Das Trauma-Netzwerk ist ein Beispiel aus dem Bereich regionale Profilbildung. Die weiteren Gebiete des Wettbewerbs: Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung, anwendungsorientierte medizinische Technologien, Telemedizin und Telematik, Innovationen für Krankenhäuser sowie Gesundheits- und Kurorte. Die Projekte sollen Anfang nächsten Jahres starten, wenn die Fördergelder bewilligt sind. Zur Hälfte kommen die Gelder von der EU, zur anderen Hälfte vom Land beziehungsweise aus Eigenmitteln.

Am NRW-Gemeinschaftsstand in Halle 3 auf der MEDICA können sich die Messebesucher über dieses und weitere Projekte informieren.

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