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MEDICA VISION: Smiley, wenn's gut läuft

MEDICA Update - Rückblick 2008

MEDICA VISION: Smiley, wenn's gut läuft

Seit 1999 gibt es den Innovationswettbewerb Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). 2005 gewann ein Projektvorschlag der Universität Ulm. Der daraus entstandene Gehtrainer für daheim geht sofort nach der MEDICA in die klinische Phase. 22.11.2008

Foto: Puppe liegt im Heimtrainer, Beine fest eingebunden
Gewinner 2005: Der Gehtrainer
für daheim; © Messe
Düsseldorf 2008

Damit ist das Projekt schon weit gediehen. Nicht alle der insgesamt 112 Wettbewerbsgewinner in zehn Jahren endeten mit Erfolg: Immerhin 13 Prozent waren gar nicht und 28 Prozent nur teilweise erfolgreich. Das sollte aber nicht negativ bewertet werden, meint Claudia Herok vom BMBF: "In der Forschung muss Scheitern möglich sein. Sonst wäre es keine Forschung."

Der Gehtrainer muss sich in der klinischen Phase noch bewähren. "Direkt nach der Messe kommt der Prototyp, der jetzt am Stand augestellt ist, zu einer Patientin, die acht Wochen damit trainieren wird. Dadurch können wir messen, ob und wieviel die Übungen mit dem Gerät tatsächlich bringen", erklärt Diplom-Ingenieur Markus Knestel von der Universität Ulm.

Menschen mit Lähmungen sollen mit dem Gerät die Gehfähigkeit verbessern oder wiederherstellen können. Studien haben gezeigt, dass Menschen, deren Nerven im Rückenmarksbereich teilweise unterbrochen wurden, Bewegungen wiedererlernen können. Sensorische Reize ausgelöst auf die Fußsohlen, die Gelenke und Hüften können verlorengegangene motorische Fähigkeiten verbessern. Die Reize werden durch Bewegung und ausgelöst und durch den Druck des Körpergewichts auf die Fußsohlen.

In Kliniken gibt es solche Gehtrainer schon. Sie sind groß, mit Hängevorrichtungen, die den Patienten, zusammen mit einem Pfleger, aufrecht halten, so dass das Körpergewicht auf die Fußsohlen drückt. Das Gerät der Uni Ulm dagegen ist ein Heimtrainer. Es soll auch nach dem Klinikaufenthalt ein intensives Gangtraining ermöglichen und ist daher kleiner und leichter als die üblichen Krankenhausgeräte. Es passt in einen VW-Bus und lässt sich in einer Wohnung verschieben.

Vor allem: Der Patient liegt sicher darin, muss daher nicht von einer Person gestützt werden und erfährt trotzdem alle notwendigen Reize an Sprung-, Knie- und Hüftgelenk sowie Fußsohle. Weil der Patient liegt, erhält die Fußsohle die Stimulation nicht mehr über das Körpergwicht. Dafür gibt es den "stimulativen Schuh". Die Füße werden darin eingespannt, Zylinder laufen über die Fußsohle und lösen die sensorischen Reize aus.

Um die Gelenke zu stimulieren, werden Beine und Hüfte vom Gerät bewegt. Dabei misst der Heimtainer, wieviel Kraft der Patient selbst aufbringt. Er fügt dann automatisch nur die Kraft hinzu, die fehlt, um eine Bewegung zu vollenden. Wenn die Maschine in einer Übungsstunde weniger Kraft aufbringen muss als in einer vorangegangenen, der Patient also mehr eigene Kraft einsetzen kann, dann gibt es ein Lob: Auf dem Display des Trainers erscheint ein glückliches Smiley.

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