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Schnelles Handeln ist kostengünstig

Schnelles Handeln ist kostengünstig

Das rasche Eingreifen verringert die Häufigkeit weiterer Schlaganfälle um 80 Prozent. Hierdurch verkürzt sich die durchschnittliche Liegezeit im Krankenhaus auf ein Drittel, die Klinikkosten sinken um 60 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kam jetzt eine englische Studie.

Auch in Deutschland werden Patienten mit TIA (transitorisch ischämische Attacken) häufig erst spät erkannt und entsprechend verzögert behandelt - obwohl man weiß, dass bis zu einem Viertel aller großen Hirninfarkte eine TIA als Warnsymptom voraus geht. Die neurologischen Ausfallerscheinungen dauern oft nur Minuten, in jedem Fall nicht länger als 24 Stunden, und können anhand der schlaganfalltypischen Krankheitszeichen erkannt werden: Dies sind insbesondere halbseitige Lähmungen von Armen und/oder Beinen, Sprach- und Sehstörungen.

Obwohl die Symptome der TIA schnell wieder abklingen, haben die Betroffenen ein stark erhöhtes Risiko, innerhalb der nächsten fünf Jahre einen großen und möglicherweise tödlichen Schlaganfall zu erleiden. Besonders groß ist die Gefahr für einen Schlaganfall in den ersten Tagen nach einer TIA. Dies war auch der Grund für die englische Forschergruppe, den möglichen Nutzen schneller Maßnahmen in einer großen Untersuchung zu messen.

Verglichen wurde in einer Studie das Schicksal von knapp 600 Patienten, bei denen der Hausarzt eine mögliche TIA oder einen kleinen Schlaganfall festgestellt hatte und die deshalb an ein spezialisiertes Zentrum überwiesen wurden. 310 Patienten wurden erst nach durchschnittlich 19 Tagen behandelt, 281 sofort.

Die Auswertung der Krankenblätter belegte den Nutzen der frühzeitigen, intensiven Maßnahmen: In der ersten Gruppe hatten noch 32 Patienten binnen 90 Tagen einen weiteren Schlaganfall erlitten. In der zweiten Gruppe waren es nur noch sechs. Schlaganfälle mit tödlichem Ausgang oder bleibender schwerer Behinderung sanken sogar auf rund sechs Prozent.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie

 
 
 

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