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Von Potenz und neuen Organen (2. Teil)
Teil VIII: Regenerative Medizin
Von Potenz und neuen Organen (2. Teil)
von Wiebke Heiss / MEDICA.de15.04.2009
2. Teil: Potential im Hoden
Eine andere Alternative entdeckten Skutella und Kollegen im letzten Jahr: Sie haben eine unreife Stammzellquelle im Menschen gefunden und nun erfolgreich kultiviert. Keimstammzellen aus dem Hoden des Mannes sind neben embryonalen Stammzellen die einzigen Zellen, die unprogrammiert im pluripotenten Zustand vorliegen. „Man weiß zwar schon seit Beginn der Stammzellforschung, dass Keimstammzellen sehr potent sind“, sagt Skutella. Allerdings kommen sie sehr selten vor und es dauerte lange, sie zu finden. Da man im Körper der Frau noch nicht auf äquivalente Keimstammzellen gestoßen ist, kann bisher erst der Mann von dieser Satmmzellentdeckung profitieren.
Um das Potential der männlichen Keimstammzellen weiter zu erforschen, unterstützt das Bundesforschungsministerium das Zentrum in Tübingen mit einer halben Million Euro mit dem Ziel, langzeitstabile pluripotente Zelllinien zu generieren und dann genau zu charakterisieren. Diese Förderung ist nur ein Beispiel für Gelder, die in das Feld der regenerativen Medizin einfließen – mit gutem Grund: Im Jahr 2006 zeigte eine BMBF-Studie das Potential in Deutschland auf: Bei Hautersatzprodukten sowie Zelltherapien zur Reparatur der Leber schätzte die Studie das unmittelbare Marktpotential in Deutschland auf zunächst rund 150 Millionen Euro pro Jahr. Größer wurde der Markt im noch jungen Forschungsgebiet Herz prognostiziert, beispielsweise für Zellen zur Reparatur geschädigter Herzareale. Hier rechneten die Experten mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz pro Jahr.
Geld für den erneuerbaren Menschen
Daher wird seit Ende 2007 unter anderem mit rund 3,4 Millionen Euro ein Referenz- und Translationszentrum zur kardialen Stammzelltherapie (RTC) in Rostock gefördert. Dort läuft eine klinische Studie zur Behandlung von Herzinfarkt-Patienten mit adulten Stammzellen und die biomedizinische Begleitforschung. Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt sich mit Geld im Rahmen einer Exzellenzinitiative an Projekten, die zum Beispiel an Zentren der regenerativen Medizin in Dresden (CRTD) und Hannover (REBIRTH) laufen.
- 1. Teil: Von Potenz und neuen Organen
- 2. Teil: Potential im Hoden
- 3. Teil: Man muss das Blut zähmen
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