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Mit Bluttransfusionen haushalten

Mit Bluttransfusionen haushalten

Foto: Patient bei Blutabnahme

Etwa um das Jahr 2015 erwarten Fachleute kritische Engpässe in der Versorgung. "Die Rahmenbedingungen erfordern mit dem knappen Spenderblut rationell zu verfahren", sagt Professor Lothar Engelmann, Leiter der Internistischen Intensivmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. Ein Ansatz bestehe darin, Blutentnahmen bei Patienten auf der Intensivstation zu reduzieren. Die häufige Entnahme von Blut sei ein Grund dafür, dass Patienten Transfusionen benötigten.

Für die tägliche Praxis bedürfe es zudem Richtlinien, die einen reduzierten Einsatz von Transfusionen ermöglichen - ohne den Patienten dadurch zu gefährden, so der Experte. Untersuchungen ergaben, dass Patienten von einer Verringerung der Bluttransfusionen sogar profitieren, erläutert Engelmann. Entscheidend ist dabei der Wert des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Bei Gesunden liegt er je nach Geschlecht um 14 Gramm Hämoglobin pro Deziliter Blut. "Eine große Studie hat gezeigt, dass eine restriktive Transfusionsphilosophie mit einem angestrebten Hämoglobin-Wert zwischen sieben und neun bei kritisch Kranken höhere Überlebensraten aufweist als eine liberale Strategie mit HB-Werten über neun", so Engelmann.

Neben der nachlassenden Bereitschaft zur Spende sind auch schärfere Sicherheitsrichtlinien für den Rückgang verantwortlich. Menschen, die nur helles Fleisch essen, erfüllen zum Beispiel kaum die vorgegebenen Mindestwerte für Hämoglobin. Wer in Regionen mit hohem Infektionsrisiko reist, darf danach erst einmal nicht spenden. Und viele ältere Menschen scheiden aus, da sie regelmäßig Medikamente einnehmen oder das Höchstalter von 68 Jahren überschreiten.

Demgegenüber ist die Medizin mehr und mehr auf das Blut und Plasma von Spendewilligen angewiesen. Gründe für den steigenden Bedarf sind neue operative Verfahren und Therapien. Krebspatienten brauchen häufig nach einer Chemo- oder Strahlentherapie Transfusionen. Experten schätzen, dass rund 80 Prozent aller Deutschen mindestens einmal im Leben Blutkonserven oder Medikamente aus Blutplasma benötigen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

 
 
 

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