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Maßgeschneiderte Therapie spart Kosten

Maßgeschneiderte Therapie spart Kosten

Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) "Zukunftsreport Individualisierte Medizin und Gesundheitssystem". Dieser wurde vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) erstellt.

In der medizinischen Praxis ist seit langem bekannt, dass die gleiche Therapie bei verschiedenen Menschen unterschiedlich anschlagen kann. Als Beispiel nennt Doktor Bärbel Hüsing, Leiterin des Geschäftsfeldes Biotechnologie und Lebenswissenschaften am Fraunhofer ISI, ein Brustkrebs-Medikament, das bei einigen Patientinnen sehr gut wirkt, bei anderen aber nicht.

Zwar wird es vermutlich nie für jedes Individuum eine individuell maßgeschneiderte Therapie geben, doch Ärzte ordnen ihre Patienten aufgrund neuer Merkmale immer feiner differenzierten Gruppen zu, denen jeweils eine andere Behandlung hilft. Die richtige Therapie wird dann also nicht durch Versuch und Irrtum gefunden, sondern kann zielgenau durch einen Labortest schon vor der Behandlung bestimmt werden. Dem Patienten bleiben so unwirksame Therapien erspart - und dem Gesundheitssystem unnötige Kosten.

Dieses Konzept der Individualisierten Medizin nennt Hüsing "bestechend", weiß aber um die Hindernisse, die auch die Studie aufzählt: Zurzeit wird intensiv erforscht, welche Parameter tatsächlich gemessen werden müssen, um sichere Aussagen über die richtige Therapie zu erlangen, und welche Test- und Messverfahren hierfür eingesetzt werden können.

Zudem ist es für Pharmafirmen meist wirtschaftlich attraktiver, Massenprodukte anzubieten, die möglichst vielen Patienten verordnet werden können. Weiterhin bedeuten die zusätzlichen Tests für Ärzte einen größeren Aufwand, sind schwierig auszuwerten und werden oft auch nicht von den Krankenkassen bezahlt - nicht zuletzt deshalb, weil der medizinische Nutzen vieler Untersuchungen noch nicht abschließend geklärt ist.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Institut ISI

 
 
 

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