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Da ist der Wurm drin (Teil 3)

Teil VI: Multiple Sklerose - neue Ansätze

Neue Therapie-Ansätze bei MS: Da ist der Wurm drin (Teil 3)

von Wiebke Heiss / MEDICA.de15.11.2009


3. Teil: Die vernachlässigte „Neuroprotektion“

Der größte Teil der MS-Forschung, sei es an Universitäten, Forschungsinstituten oder in der Pharmaindustrie, konzentriert sich auf Behandlungen, die die Körperabwehr betreffen. Immuntherapien sind allerdings ein Hoffnungsschimmer mit Schatten. Sie können Menschen mit schubförmiger MS zwar helfen, allerdings sind „die Erfolge dieser Therapien begrenzt, nicht vorhersagbar und im Einzellfall nicht verifizierbar“, wie eine Veröffentlichung zur evidenzbasierten Patienteninformation am Beispiel der Immuntherapie bei MS-Patienten von Jürgen Kasper und Kollegen der Universität Hamburg besagt. Patienten litten zudem oft unter Nebenwirkungen, viele Betroffene würden daher die Behandlung abbrechen. Außerdem gebe es besonders für eine chronisch verlaufende MS ohne Schübe bisher keinen wirklichen Nachweis darauf, dass Immuntherapien wirkten.

Es ist also weiterhin dringend erforderlich, nach neuen Behandlungen zu suchen. Das sieht die Neurologin Zipp auch so: „Die Neurodegeneration spielt bei der MS auch eine Rolle.“ Nervenzellen und -fortsätze würden durch die Krankheit weitaus mehr beeinträchtigt als bisher angenommen. „Diese Tatsache muss bei der therapeutischen Strategie mit berücksichtigt werden.“ Die Berliner Expertin betont die Wichtigkeit eines kombinierten Ansatzes: „Auf der einen Seite muss man die Entzündung herunter regulieren, auf der anderen Seite gleichzeitig auch die neuronale und axonale Schädigung reduzieren.“

Nur langsam setzt sich die Erkenntnis durch

Das Problem ist aber, dass es bei den aktuellen Therapiestrategien noch keine wirklichen Ansätze gibt, die explizit versuchen, die Neurodegeneration zu verhindern. „Ich habe bisher nicht wirklich Anstrengungen in dieser Richtung gesehen. Ich kenne kein Produkt, das sich in der klinischen Prüfung befindet“, so Zipp. Auch die Bayer Schering Pharma AG, die den Wirkstoff Betaferon als Immuntherapie herstellt, betreibt keinerlei weitere Forschung auf dem Gebiet der MS, wie die Pressesprecherin Kerstin Crusius mitteilt.

Wiebke Heiss
MEDICA.de

- Teil 1: Da ist der Wurm drin
- Teil 2: Grenzen der Wurm-Therapie
- Teil 3: Die vernachlässigte "Neuroprotektion"

 
 

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