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Ersteinschätzung von Patienten per PC

Ersteinschätzung von Patienten per PC

Foto: Patient wird wiederbelebt

Ein kurzer Blick auf einen der beiden großen Übersichtsmonitore genügt: Doktor Ingo Gräff, Ärztlicher Leiter des Interdisziplinären Notfallzentrums auf dem Venusberg, hat anhand der laufend aktualisierten Tagesliste sofort einen genauen Überblick. Er weiß, welche Notfallpatienten gerade in Behandlung sind und wer mit welcher Dringlichkeit auf den entsprechenden Facharzt wartet. Ziel der EDV- basierten Ersteinschätzung ist es, auch bei einem hohen Andrang im Notfallzentrum Schwerkranke schnell zu erkennen und für einen zügigen Ablauf zu sorgen.

Von den Rettungsdiensten eingelieferte Patienten kommen direkt in einen Schockraum und werden von Ärzten sofort behandelt. Alle anderen Notfallpatienten werden gleich nach ihrem Eintreffen von einer speziell dafür ausgebildeten Pflegekraft untersucht.

Parallel zur Aufnahme ordnen die Pflegekräfte mit Hilfe von standardisierten Handlungsvorschriften am Computer jeden Notfallpatienten innerhalb von maximal anderthalb Minuten nach einem international anerkannten Verfahren in fünf Dringlichkeitskategorien ein - rot bedeutet dabei beispielsweise "sofort".

"Bei der Ersteinschätzung legen wir genau fest, bis wann ein Arzt bei dem Patient gewesen sein muss", sagt Gräff. Der Computer, der alle Daten gespeichert hat, koordiniert dabei den Patientenfluss und sorgt für einen möglichst reibungslosen Ablauf. Kommt ein Patient früher dran als ein anderer, so hat er entweder eine schnellere Hilfe nötig, oder er braucht die Hilfe einer anderen der 14 im Bonner Notfallzentrum angesiedelten Fachrichtungen. "Das erklärt die manchmal für den Wartenden nicht schlüssige Reihenfolge", sagt Gräff.

Neben einer Ersteinschätzung bringt das EDV-gestützte System noch weitere Vorteile: "Die Ersteinschätzung geht nahtlos in die symptomspezifischen Behandlungskataloge, die so genannten klinischen Pfade, über“, sagt Alfred Dahmen vom Prozessmanagement des Universitätsklinikums Bonn.

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

 
 
 
 
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