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Genabschnitte für Herzerkrankungen erkannt

Genabschnitte für Herzerkrankungen erkannt

Foto: Ein Herz aus Margarine

Phytosterole sind Bestandteil der Zellwand von Pflanzen und kommen in pflanzlichen Fetten oder Ölen vor. Sie sind dem Cholesterin ähnlich und hemmen dessen Aufnahme im Darm. Aufgrund der cholesterinsenkenden Wirkung ist es üblich, Sterole "funktionellen Lebensmitteln" wie Margarine oder Joghurts zuzusetzen.

Bekannt ist, dass neben nahrungsbedingten Sterole-Erhöhungen auch die Genetik eine Rolle spielt. So ist festgelegt, ob jemand zu einem hohen oder niedrigen Sterolspiegel im Blut neigt. Bislang konnte man auf dem DNA-Strang jedoch nicht den Abschnitt lokalisieren, der für die Ausprägung verantwortlich ist.

Ziel der Studie unter Leitung von Professor Joachim Thiery und Professor Daniel Teupser war die Beantwortung der Frage, ob genetische Unterschiede bei der Sterolregulation das Risiko von Herzgefäßerkrankungen erhöhen.

Insgesamt wurden über 4.000 Blutproben untersucht. Bei jeder Probe wurden 500.000 Genvarianten bestimmt und geprüft, welche für einen hohen oder niedrigen Sterolspiegel stehen. So fanden die Forscher drei Genabschnitte. Im nächsten Schritt wurde untersucht, ob diese einen Einfluss auf die koronare Herzerkrankung haben.

Die Ergebnisse zeigten, dass alle Genabschnitte einen Effekt auf das Risiko der koronaren Herzerkrankung hatten. Zwei der Genabschnitte lagen in einem bekannten Lipidtransferprotein (ABCG8), der dritte Genabschnitt in dem für die Blutgruppe verantwortlichen Gen AB0. Letzterer war ein völlig neuer Befund. Demnach neigen Träger der Blutgruppen A, B und AB zu höheren Sterolspiegeln und zu einem höheren Risiko für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße.

Teupser: „Durch die aufwendigen Leipziger Forschungen konnte erstmals eine direkte Verbindung zwischen den für den Transport pflanzlicher Sterole wesentlichen Lipidgenen und der koronaren Herzerkrankung gezeigt werden. Menschen mit einer bestimmten genetischen Variante scheiden Phytosterole schlechter aus, haben dadurch einen höhere Sterolspiegel und somit ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Dieser Befund steht im Widerspruch zu den Empfehlungen medizinischer Fachgesellschaften, die eine Nahrungsmittelergänzung mit pflanzlichen Sterolen befürworten."


MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig

 
 
 

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