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Drogenkonsumenten werden immer jünger

Immer jünger sind die Kinder, wenn sie zum ersten Mal legale oder illegale Drogen konsumieren. Das zeigt eine Studie der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Die Forscher fordern daher eine bessere Beratung in Schulen und Freizeiteinrichtungen.

Schon im Grundschulalter werden viele Medikamente mit schmerzstillender oder leistungssteigernder Wirkung eingenommen. Im Alter von sieben Jahren gibt es die ersten Probierer von Zigaretten, mit neun beginnen manche mit dem Alkohol. Im Alter von zwölf Jahren muss bereits mit fünf Prozent regelmäßigen Alkoholkonsumenten und sieben Prozent regelmäßigen Zigarettenrauchern gerechnet werden. Bei den illegalen Substanzen liegt Cannabis an der Spitze der Entwicklung; der Einstieg erfolgt meist im Alter um die 15 Jahre mit etwa vier Prozent regelmäßigen Nutzern pro Jahrgang. In den letzten Jahren haben auch Designerdrogen mit aufputschender und anregender Wirkung stark an Verbreitung gewonnen; sie erreichen im Alter von 15 Jahren eine Verbreitung von etwa vier Prozent regelmäßiger Nutzung.

Die Studien des Bielefelder Projektes zeigten, dass überwiegend psychische und soziale Motive für den Einstieg in den Drogenkonsum wirksam sind. "Dreh- und Angelpunkt" ist eine Einschränkung des Selbstwertgefühls. Der Hintergrund kann in gestörter Anerkennung in der Familie und in Konflikten mit den Eltern, in schulischen Leistungskrisen, Kontaktproblemen in der Gleichaltrigengruppe und gegenüber dem anderen Geschlecht und in einer unklaren Zukunftsperspektive liegen.

In Zusammenarbeit mit Schulklassen in Dortmund und Bielefeld wurden von der Bielefelder Gruppe in den letzten Jahren Konzepte für den schulischen Bereich entwickelt. Durch eine betont sachliche Information über legale und illegale psychoaktive Substanzen lernten die Schülerinnen und Schülern der 5. bis 7. Jahrgänge vieles über Drogen und Sucht. Sowohl gegenüber Tabak als auch gegenüber Alkohol konnte eine "mentale Distanz" gebildet werden.

MEDICA.de; Quelle: Universität Bielefeld

 
 
 

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