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Fette und Kohlenhydrate verkürzen Lebenserwartung

Fette und Kohlenhydrate verkürzen Lebenserwartung

Foto: Abmessung des Bauchumfanges

Am längsten leben Mäuse, wenn ihr Futter viele Kohlenhydrate, viel Eiweiß und wenig Fett enthält. Darüber hinaus belegen die neuen Studienergebnisse, dass eine erhöhte Muskelaktivität die negativen Effekte einer fettreichen Ernährung kompensieren kann.

Weltweit steigt die Zahl krankhaft übergewichtiger Menschen. Dabei erhöht massives Übergewicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten, was mit einer verkürzten Lebenserwartung verbunden ist.

Wissenschaftler gehen daher der Frage nach, welche Ernährungsweise am besten geeignet ist, die Lebenserwartung zu erhöhen. Ergebnisse aus kontrollierten Langzeitstudien, in denen Menschen lebenslang eine vorgegebene Ernährungsweise verfolgen, gibt es nicht. Daher greifen Wissenschaftler auf Tiermodelle zurück, um ernährungsbedingte Langzeiteffekte hinsichtlich der Lebenserwartung zu untersuchen.

Die Wissenschaftler um Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) führten eine umfassende Studie an Mäusen durch. Dabei war eine der zwei untersuchten Mausgruppen genetisch so verändert, dass sie über ihre Muskulatur sehr viel Energie verbrauchte. Die andere Mausgruppe entsprach dem unveränderten Wildtyp. Ab der elften Lebenswoche erhielten die Mäuse bis zu ihrem natürlichen Ende eine von drei Futtermischungen, die hinsichtlich der Makronährstoff-Zusammensetzung variierte.

Am längsten lebten die Tiere, wenn sie fettarmes Futter bekamen. Die kürzeste Lebenserwartung (circa 550 Tage) hatten die Mäuse, die schnell an Gewicht zulegten. Bei diesen handelte es sich um die Wildtyp-Tiere, welche die fett- und kohlenhydratreiche Kost verzehrten. Die Mäuse mit erhöhter Muskelaktivität nahmen unter derselben Ernährung zwar auch, aber etwas weniger und deutlich langsamer zu. Sie lebten durchschnittlich etwa 230 Tage länger.

Die zweite fettreiche Futtermischung mit viel Eiweiß und wenig Kohlenhydraten führte bei den Wildtyp-Mäusen zu ähnlichen Effekten, obwohl diese nicht ganz so stark und schnell zunahmen und auch wesentlich länger lebten, nämlich etwa 754 Tage. Dagegen nahmen die Mäuse, die viel Energie in ihren Muskeln verbrannten, unter dieser Kost nicht stärker zu und lebten genau so lange wie unter dem fettarmen Futter, nämlich circa 850 Tage.

„Dies zeigt, dass eine gesteigerte Muskelaktivität wesentlich dazu beitragen kann, die negativen Auswirkungen einer fettreichen Ernährung zu kompensieren“, sagt Susanne Keipert, Erstautorin der Studie. „Zudem weisen unsere Daten darauf hin, dass besonders eine schnelle Gewichtszunahme im jugendlichen Alter die Lebenszeit verkürzt“, ergänzt Susanne Klaus. „Würde man die Daten auf den Menschen übertragen, so sollten Menschen, die sich sehr fettreich ernähren, auf ausreichend Bewegung achten und besonders in jungen Jahren eine starke Gewichtszunahme vermeiden“.


MEDICA.de; Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

 
 
 

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