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Nachweis-Methode von Mikrometastasen in Lymphknoten

Nachweis-Methode von Mikrometastasen in Lymphknoten

Patienten mit Prostatakarzinom, bei denen eine radikale Prostataentfernung vorgenommen wurde, erleiden mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 40 Prozent einen Rückfall. Eine mögliche Ursache dafür ist die zum Operationszeitpunkt zwar vorhandene, klinisch jedoch nicht nachweisbare Streuung einzelner Tumorzellen in die Lymphknoten. Mit der neuen Entwicklung könnten Mediziner das Rückfallrisiko beim einzelnen Patienten zuverlässiger bestimmen und Therapien rechtzeitig in die Wege leiten.

Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor des Mannes in westlichen Industrienationen. Ausgehend von der Prostata streuen Prostatakarzinomzellen zunächst in Lymphknoten im Bereich des Beckens. Im Spätstadium bilden sich Knochenmetastasen. Der Nachweis von Lymphknotenmetastasen gilt daher als wesentlicher Anhaltspunkt für die Abschätzung der Überlebenschance.

In der klinischen Diagnostik werden die Lymphknotenmetastasen üblicherweise durch bildgebende Verfahren wie Computertomografie oder Magnet-Resonanz-Tomografie sowie durch Begutachtung von Zellmaterial festgestellt. Diese Verfahren eignen sich jedoch nicht zum sicheren Nachweis von Mikrometastasen in Lymphknoten.

Bei anderen Krebsarten wie Dickdarm- oder Brustkrebs lassen sich ersten Studien zufolge mithilfe der Polymerasekettenreaktion (PCR) Mikrometastasen in Lymphknoten erfolgreich aufspüren. Der Nachweis von Mikrometastasen bedeutet für den Patienten auch hier ein erhöhtes Rückfallrisiko. Die Ärzte können aber entsprechend frühzeitig reagieren und gezielt die gestreuten Tumorzellen bekämpfen. Für das Prostatakarzinom konnte bisher jedoch kein zuverlässiges Verfahren etabliert werden.

Ziel des Münchner Forschungsteams um Heck ist es, eine vergleichbares Verfahren für das Prostatakarzinom zu entwickeln. Dazu setzen die Wissenschaftler auf eine spezielle Form der Polymerasekettenreaktion, der sogenannten Multiplex-PCR. Im Hochdurchsatzverfahren können damit zeitgleich mehrere Lymphknotenproben auf Krebszellen überprüft werden. Mithilfe der PCR lässt sich nachweisen, ob in den Proben Gene aktiv sind, die für Krebszellen typisch sind. Heck: „Entscheidend dabei ist es, eine geeignete Kombination von Tumorgenen festzulegen, die die PCR aufspüren soll. Das neue Verfahren soll außerdem möglichst kleine Mengen an verdächtigem Material nachweisen können und gleichzeitig hochspezifisch nur auf Mikrometastasen in Lymphknoten reagieren.“

Die Wissenschaftler wollen das Verfahren im Rahmen einer Studie aufbauen und die Aussagekraft und Praktikabilität der Methode überprüfen.

MEDICA.de; Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung

 
 
 

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