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Nutzen der PET lässt sich mangels Studien derzeit nicht beurteilen

Nutzen der PET lässt sich mangels Studien derzeit nicht beurteilen

Nach den vorläufigen Ergebnissen des Instituts ist es auf Basis der derzeit verfügbaren Studien nicht möglich, belastbare Schlussfolgerungen zum patientenrelevanten Nutzen der PET oder der PET/CT zu ziehen. Bis zum 3. Oktober 2011 können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.

Darmkrebs ist der zweithäufigste Tumor sowohl bei Frauen als auch bei Männern. In Deutschland erkranken pro Jahr rund 70 000 Menschen, etwa 30 000 sterben jährlich daran. Rund 80 Prozent der Rezidive treten in den ersten beiden Jahren nach der Operation eines Kolorektalkarzinoms auf; nach 5 Jahren werden praktisch keine Rezidive mehr festgestellt. Diese können sowohl am "Ursprungsort", dem Darm, oder als Tochtergeschwulst beispielsweise in der Leber oder in den Lymphknoten auftreten. Die Nachsorge soll deshalb 5 Jahre nach der Operation umfassen.

Viele Fachleute hoffen, dass eine Untersuchung mit PET oder PET/CT alleine oder in Kombination mit anderen Methoden besser in der Lage ist, bei einem Verdacht zwischen bösartigen und gutartigen Geschwülsten zu unterscheiden (Rezidiv-Diagnostik) und diese gegebenenfalls in das korrekte Stadium einzuteilen, das heißt festzustellen, wie weit fortgeschritten der Tumor ist (Rezidiv-Staging). Diese Informationen sollen es dann ermöglichen, den Patienten bessere Therapieempfehlungen zu geben.

Wissenschaftler des IQWiG haben deshalb die weltweite Fachliteratur nach Studien durchsucht, in denen Auswirkungen der Diagnostik mittels PET oder PET/CT auf gesundheitliche Aspekte untersucht wurden, die für Patienten unmittelbar relevant sind. Zum Beispiel könnten die Ergebnisse der Diagnostik - und eine entsprechend angepasste Therapie - dazu beitragen, dass Patienten bessere Überlebenschancen haben, dass ihnen unnötige Operationen oder weitere diagnostische Eingriffe erspart bleiben, oder dass sich ihre Lebensqualität verbessert.

Allerdings fand das IQWiG nur wenige solche Studien. Solange dieses Defizit besteht, geht das Institut davon aus, dass ein patientenrelevanter Nutzen der PET oder der PET/CT als Ergänzung zu einer verdachtsbegründenden Diagnostik nicht belegt ist. So ist insbesondere fraglich, ob ein mittels PET oder PET/CT entdecktes Rezidiv tatsächlich besser behandelt werden kann - und die Patientinnen und Patienten damit einen spürbaren Vorteil haben. Um den Nutzen von PET und PET/CT für Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf ein rezidivierendes Kolorektalkarzinom zu untersuchen, sind deshalb dringend methodisch hochwertige, vergleichende Studien erforderlich.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

 
 
 

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