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Ein Team für den Ernstfall

Ein Team für den Ernstfall

Eine Katastrophe kann viele Ursachen haben, aber die Folgen sind meist gleich: Chaos, Panik und engagierte, aber überforderte Helfer. Wer unter Trümmern begraben liegt, hofft auf schnelle Rettung, doch es dauert manchmal Stunden oder Tage, das Gebiet zu erschließen. Zudem kann die Arbeit für die Retter extrem gefährlich werden. Weil oft jede Minute über Menschenleben entscheidet, werden immer mehr robotergestützte Systeme eingesetzt, die die Suche beschleunigen sollen. Laut dem Weltroboterverband IFR wird die Wachstumsrate solcher Helfer bis 2013 auf 17 Prozent steigen. Doch die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen auch, dass die Wirkung spezieller Roboter sehr gering bleibt, weil einzelne Geräte und Systeme im entscheidenden Moment oft nicht miteinander funktionieren.

In dem Projekt „Sensornetzwerk mit mobilen Robotern für das Katastrophenmanagement SENEKA“ wollen Fraunhoferwissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen dieses Problem lösen und ein System entwickeln, das beliebige Typen von Robotern und Sensoren effektiv vernetzt.

Nach einer Katastrophe müssen sich die Rettungskräfte zuerst einen Überblick über das Gebiet verschaffen. Bestehende Karten und Daten sind nur bedingt hilfreich, wenn keine Gebäude mehr stehen und Straßen blockiert oder zerstört sind. Die Helfer müssen sich vollkommen neu orientieren und das geht nur mit Hilfe von technischem Equipment.

„Bevor wir Menschen helfen können, müssen wir sie finden. Dafür setzen wir Bodeneinheiten, Luftroboter und weitere autonome Sensoren ein, die sich wie ein intelligenter Schwarm über ein weites Gebiet aufteilen und so in kurzer Zeit eine große Menge an relevanten Daten zusammentragen“, erklärt Projektkoordinator Helge-Björn Kuntze. Dabei kommen sowohl Radar und Laserscanner zum Einsatz als auch optische Kameras. Speziell entwickelte Multi-Source-SLAM-Algorithmen sind in der Lage, aus diesen verschiedenen Datenquellen eine aktuelle 2D/3D-Kartenlandschaft zu erstellen.

Nachdem mögliche Opfer und Gefahrenquellen lokalisiert sind, folgt als zweiter Schritt die Einsatzplanung. Dafür wollen die Wissenschaftler ein Systemkonzept aufbauen, das eine dynamische Vernetzung aller Teammitglieder möglich macht. Sowohl Menschen als auch Roboter müssen koordiniert werden, damit zum Beispiel die richtigen Werkzeuge an den richtigen Einsatzort kommen. Und das je nach Bedarf, auch wenn die Umgebung sich verändert, zum Beispiel durch einstürzende Häuser oder Nachbeben. Trotzdem sollen die Roboter ihren Weg durch die Trümmer finden, möglichst ohne Kollisionen.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer Gesellschaft