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Ein gepflegtes und liebevoll eingerichtetes Zuhause nützt auch der Gesundheit

Ein gepflegtes und liebevoll eingerichtetes Zuhause nützt auch der Gesundheit

Foto: Aufnahme eines Wohnzimmers

Doch diese Dinge sollten ernst genommen werden. Deshalb beleuchten die Professoren Matthias Augustin, Gerd Schnack und Hermann Rauhe während der MEDICA das Thema „Wohnen und Gesundheit als Aufgabe der Prävention“ näher.

Ein Gesundheitsproblem, das auch von der Bevölkerung als mit der Wohnsituation verknüpft wahrgenommen wird, ist die sogenannte Hausstauballergie. Dabei handelt es sich nicht wirklich um eine Allergie auf Staub, sondern die Reaktion des Immunsystems auf den Kot von Hausstaubmilben, die im Staub leben. Auch in Bettdecken und -kissen leben die Tierchen, die ihr hässliches Gesicht allerdings nur unter dem Mikroskop sichtbar werden lassen. Als Gegenmaßnahme für Hausstauballergiker empfiehlt es sich, Decken und Kissen regelmäßig zu reinigen oder auszuwechseln, glatte Böden oder allergikergeeignete Teppichböden für die Wohnung zu wählen und Staubfänger aus der Wohnung zu verbannen. So soll verhindert werden, dass die Allergie zum Beispiel zu Asthma führt, was nach Jahren durchaus geschehen kann. Allergologen sprechen in diesen Fällen von einem Etagenwechsel, also dem Übergreifen einer Erkrankung von den oberen auf die unteren Atemwege.

 
 
Foto: Schimmelige Zimmertapete 
Wenn die Wände der Wohnung
so aussehen, kann es für die
Bewohner bereits zu gesund-
heitlichen Schäden gekommen
sein;© panthermedia.net /
Viktor Wedel

Der ganze Körper kann betroffen sein

Doch nicht nur die Atemwege können betroffen sein, wenn etwas mit der Wohnung „nicht stimmt“. Auch metabolische, kardiovaskuläre und chronisch-entzündliche Erkrankungen können sich zeigen, hervorgerufen etwa durch Giftstoffe wie Formaldehyd (in den Möbeln, im Teppich oder auch in der Bausubstanz). Besonders in ärmeren Ländern sind die Menschen häufiger von diesem Problem betroffen – und büßen mit den entsprechenden Krankheiten.

Wie wichtig der Aspekt „Wohnung“ für die Erhaltung der Gesundheit weltweit ist, betont auch die World Health Organization Europe (WHO). Die in diesem Jahr veröffentlichte Broschüre „Environmental burden of disease associated with inadequate housing” vermittelt einen Eindruck, welche Gesundheitsprobleme zum Beispiel durch Schimmel, Radon oder Tabakrauch auftreten können.

Doch auch die falsche Wohnungseinrichtung oder nicht barrierefreie Wohnungen können eine Gefahr für die Gesundheit darstellen. So steht in der Broschüre geschrieben, dass „in Europa mehr als 110 000 Menschen jährlich an einer Verletzung sterben, die sie sich Zuhause oder in der Freizeit zugezogen haben und geschätzte 32 000 im Krankenhaus behandelt werden müssen (Kuratorium für Verkehrssicherheit, 2007)“.1 Neben Verbrennungen, Vergiftungen und Verletzungen durch Wohnungsbrände werden auch Stürze, zum Beispiel über die lose ausgelegte Teppichkante oder eine Treppenstufe, und Kollisionen mit freien Objekten, zum Beispiel dem scharfkantigen Wohnzimmertisch, genannt. Natürlich kann man sich an dieser Stelle fragen, was die Medizin hier eigentlich tun kann, da jeder weiß, dass das Leben an sich nun mal gefährlich ist. Tatsächlich dürfte es jedoch nicht verkehrt sein, den Menschen in medizinischen Berufen auch für den Wohnbereich ihrer Patienten die Augen zu öffnen. Ein Hinweis an ältere Personen, rechtzeitig der Gesundheit zuliebe für eine barrierefreie Wohnung zu sorgen, ist ebenso angebracht wie der Hinweis an junge Eltern, dass Schimmel in der Wohnung für das Asthma des Kindes verantwortlich sein könnte. Der Workshop während des MEDICA CONGRESSES setzt genau hier an und beleuchtet, wie die verschiedenen Fachdisziplinen dabei helfen können, praktische Maßnahmen in Bezug auf Wohnen und Gesundheit zu ergreifen.


MEDICA CONGRESS: Wohnen und Gesundheit als Aufgabe der Prävention
Datum und Zeit: Mittwoch, 16.11.2011; 14:30 bis 17:30 Uhr
Veranstaltungsort: CCD Pavillon, Raum 19, 1. OG


Zum PDF (Englisch) der WHO Europe gelangen Sie hier.

Simone Ernst
MEDICA.de

 
 

Quellen:

1: Michael D. Keall, David Ormandy, Michael G. Baker: Housing conditions and home injury; aus dem Englischen übersetzt; Seite 33 aus „Environmental burden of disease associated with inadequate housing” (WHO)

 
 

 
 

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