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Hilft zusätzliche Gefäßerweiterung?

Hilft zusätzliche Gefäßerweiterung?

AP ist ein Zeichen chronisch verengter Herzkranzgefäße. Sie äußert sich meistens durch Schmerzen im Brustkorb. Bei der stabilen AP verschwinden diese Schmerzen in Ruhe oder durch Medikamente wie Nitroglycerin.

PKI zählen neben Medikamenten zu den wichtigsten Behandlungsmethoden der AP: Dabei werden die Herzkranzgefäße durch spezielle Ballons erweitert, mit oder ohne Einsatz von Gefäßstützen (Stents).

Jetzt wurde der Zusatznutzen der PKI gegenüber alleiniger optimaler medikamentöser Therapie auf Basis einer systematischen Literatursuche untersucht. Ihre Ergebnisse fassen die Autoren in einem HTA-Bericht zusammen (Health Technology Assessment, systematische Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien).

Der Fokus des Berichts liegt auf der klinischen Wirksamkeit und der Kostenwirksamkeit der zusätzlichen PKI gegenüber alleiniger optimaler medikamentöser Therapie bei Patienten mit stabiler AP. Über eine systematische Literatursuche identifizieren die Autoren wichtige Publikationen, die je nach Aktualität und Qualität in ihre Bewertung eingehen. Für die gesundheitsökonomische Bewertung führen sie zudem eigene Berechnungen durch.

Die für den Bericht herangezogenen Studien zeigen laut Autoren methodische Schwächen, wodurch die Aussagekraft der Ergebnisse eingeschränkt ist. Ein Problem sei beispielsweise das Wissen der Patienten um die Behandlungsform, was ihre Schmerzwahrnehmung beeinflusst. Auch fehlten Daten für mehrere Patienten in der Nachuntersuchungszeit. Zudem kamen in den Studien Medikamente-freisetzende Stents zu selten zum Einsatz, um aussagekräftige Daten zu erhalten. Dennoch können die Autoren aus medizinischer Sicht die routinemäßige zusätzliche PKI mit schwachem Empfehlungsgrad befürworten: Im Vergleich zur alleinigen optimalen medikamentösen Therapie zeigen sich bis zu drei Jahre lang weniger Patienten mit AP-Anfällen, lautet ihr Fazit. Dieser Effekt sei jedoch nach fünf Jahren nicht mehr sichtbar. Auch finden die Autoren in Bezug auf Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall nach 4 bis 5 Jahren keinen Unterschied zwischen den beiden Behandlungsmethoden.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information